Finanzierung von Gratiskursen für Pflichtschulabschluss weiter unklar

Wien (APA) - Die Zukunft der „Initiative Erwachsenenbildung“, bei der von Anfang 2012 bis März 2014 12.000 junge Erwachsene gratis Alphabeti...

Wien (APA) - Die Zukunft der „Initiative Erwachsenenbildung“, bei der von Anfang 2012 bis März 2014 12.000 junge Erwachsene gratis Alphabetisierungskurse absolviert und 4.000 ihren Pflichtschulabschluss nachgeholt haben, ist weiter unklar. Die Mittel wurden im Budget von 11,48 Mio. (2014) auf 1,65 Mio. (2015) gekürzt, allerdings wird im Bildungsministerium an einem Weiterbestehen des Projekts gearbeitet.

Man arbeite an einer Lösung zur Absicherung der Basisfinanzierung der „Initiative Erwachsenenbildung“, hieß es aus dem Büro von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) auf APA-Anfrage. „Wenn das geklärt ist, braucht es Vereinbarungen mit den Ländern, damit die einen Teil der Kosten beitragen.“

Bund und Länder haben für das Programm zwischen 2012 und 2014 je 27,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, ab 2015 hätte es um weitere drei Jahre verlängert werden sollen. Die Finanzierung von Erwachsenenbildung steht auf Wunsch von Gastgeber Hans Niessl (SPÖ) auf der Agenda der Landeshauptleutekonferenz morgen, Mittwoch, zu der auch Heinisch-Hosek eingeladen ist.

Bei den Erwachsenenbildungseinrichtungen, die die entsprechenden Kurse anbieten, weiß man unterdessen noch immer nicht, ob und in welchem Ausmaß ab dem Herbst geplante neue Kurse angeboten werden können. Bisher stand im Raum, dass zumindest die Basisbildungskurse zur Alphabetisierung erhalten bleiben sollen und hier nur ein Teil der Finanzierung künftig über den Europäischen Sozialfonds (ESF) abgewickelt werden soll. Mittlerweile sei auch das nicht mehr so sicher, erzählt Hannes Knett, Bildungsexperte des Weiterbildungsinstituts der Wirtschaftskammer (Wifi).

Ronald Zecha, Leiter der Volkshochschule (VHS) Tirol, warnt im APA-Gespräch vor einem Ende des Programms. Die Erwachsenenbildungseinrichtungen hätten hier viel Aufbauarbeit geleistet und es sei schwer gewesen, die Zielgruppe zu motivieren, die Angebote auch zu nutzen. „Das ist nicht so ohne weiteres wiederholbar.“ Aus seiner Sicht reicht es auch nicht, nur die Basisbildungskurse zu erhalten, denn die Betroffenen könnten sich später das kostenpflichtige Nachholen eines Pflichtschulabschlusses nicht leisten. „Ausgerechnet hier den Sparstift anzusetzen, halte ich für ein schlechtes Signal. Ich frage mich, ob das wirklich mit sozialem Denken und Interessensausgleich vereinbar ist.“