Deutsche Aufseher sorgen sich bei Stresstest um einige Banken

Frankfurt (APA/Reuters) - Die deutsche Finanzaufsicht BaFin schließt nicht aus, dass einzelne deutsche Banken beim Stresstest der Europäisch...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die deutsche Finanzaufsicht BaFin schließt nicht aus, dass einzelne deutsche Banken beim Stresstest der Europäischen Zentralbank scheitern. Das bei dem Test unterstellte Krisenszenario könne „für einzelne Institute sehr anspruchsvoll“ werden, warnte BaFin-Präsidentin Elke König auf der Jahrespressekonferenz der Behörde am Dienstag in Frankfurt.

„Dieses Szenario hat es in der Tat in sich, wenn ich mir die Parameter ansehe, die für unsere Institute relevant sind.“ Namen gefährdeter Banken nannte sie nicht.

An dem Stresstest, den die EZB gemeinsam mit der EU-Bankenaufsicht EBA organisiert, nehmen 23 deutsche Institute teil - von der Deutschen Bank und der Commerzbank bis zur Hamburger Sparkasse und der Münchener Hyp. In ganz Europa sind es mehr als 120 Institute. Mit dem Test soll die Widerstandsfähigkeit der Geldhäuser im Krisenfall geprüft und so das Vertrauen in die Branche wieder gestärkt werden.

Die Banken müssen dabei unter Beweis stellen, dass sie eine schwere Rezession drei Jahre lang überstehen würden, ohne dass ihr sicheres Kapitalpolster auf weniger als 5,5 Prozent der Bilanzrisiken abschmilzt. Einige Banken haben sich bereits vorab Kapital besorgt. So kündigte auch die Deutsche Bank am Montag eine Kapitalerhöhung um 8 Mrd. Euro an, die sie unter anderem mit den verschärften Anforderungen der Regulierer begründet. König wies zurück, dass die BaFin Druck auf die Bank ausgeübt habe. Die dem Stresstest vorgeschaltete Bilanzprüfung der Banken, die von November an von der EZB direkt beaufsichtigt werden sollen, laufe noch. Daher könnten die Aufseher daraus noch keine Schlüsse ziehen. Aber die Finanzmärkte seien derzeit aufnahmefähig. „Solche Gelegenheiten sollten die Institute nutzen“, sagte König.

Sie äußerte Verständnis für die Kritik deutscher Banken an dem großen Aufwand, den der Test verursacht. Schon die Bilanzprüfung sei ein „organisatorischer und administrativer Kraftakt“. Der Zeitdruck, unter dem der Stresstest stehe, sei ein Problem, dürfe aber nicht zu Abstrichen an der Qualität führen. „Scheitern ist keine Option.“ Die Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen. Eine Verschiebung sei kein Thema, betonte König.

Noch werde auch heftig diskutiert, wie der Bilanz-TÜV und der Stresstest sinnvoll verknüpft werden sollten. König plädierte dafür, den Instituten die Ergebnisse der Bilanz-Prüfung als Basis für den Stresstest zur Verfügung zu stellen: „Ein Mehr an Transparenz wäre den Banken gegenüber nur fair und würde sie bei der Kapitalplanung schon in einem frühen Stadium unterstützen.“ Sonst drohe ein monatelanger Blindflug. Sie stellte sich damit gegen die EZB, die im Voraus keine genauen Daten an die Betroffenen weitergeben will. Die Notenbank fürchtet, dass betroffene Banken die Ergebnisse des Bilanz-TÜV umgehend ihren Aktionären mitteilen, wenn die Resultate den Aktienkurs beeinflussen könnten. Doch König stellte klar: „Weder die EZB noch wir nationalen Aufseher könnten das verhindern.“