Vatikan dementiert Ermittlungen gegen Ex-Staatssekretär Bertone

Vatikanstadt (APA) - Der Vatikan hat am Dienstag entschieden Ermittlungen gegen den ehemaligen vatikanischen Staatssekretär Tarcisio Bertone...

Vatikanstadt (APA) - Der Vatikan hat am Dienstag entschieden Ermittlungen gegen den ehemaligen vatikanischen Staatssekretär Tarcisio Bertone bestritten. „Seitens der vatikanischen Justiz ist Keine Untersuchung gegen Kardinal Bertone im Gang“, erklärte der vatikanische Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, in einer Presseaussendung.

Auch Bertone verteidigte sich gegen den Verdacht, 15 Millionen Euro von Konten des Vatikans veruntreut zu haben. Das Geld soll an die Fernsehgesellschaft „Lux Vide“ eines mit Bertone eng befreundeten Produzenten geflossen sein, ging aus einem „Bild“-Bericht vom Dienstag hervor.

Die Vereinbarung zwischen der Vatikanbank IOR und der Gesellschaft „Lux Vide“ sei von der Aufsichtskommission der Kardinäle und vom Leitungsrat in der Sitzung vom 4. Dezember 2013 diskutiert und bestätigt worden, versicherte Bertone. Das zeige ein Sitzungsprotokoll. Er begreife diese Attacke gegen ihn nicht. „Morgen nehme ich an einer Sitzung der Bischofskongregation teil. Ich bekleide weiterhin sechs Ämter. Dies bezeugt, dass ihm mit Papst Franziskus im Einklang bin, dessen volles Vertrauen ich genieße“, betonte Bertone.

Abgesehen von den ersten sieben Monaten des Pontifikats, in denen er weiterhin als vatikanischer Staatssekretär unter Franziskus amtiert habe, arbeite er nach wie vor für den Pontifex. „Ich treffe ihn oft, er hat mich gern“, versicherte Bertone.

Der vatikanische Finanzaufseher Rene Brülhart sagte der „Bild“: „Ermittlungen gegen Bertone werde ich weder bestätigen noch bestreiten, zu Einzelfällen werde ich hier nichts sagen.“ Weiter berichtete die Zeitung, der katholischen Kirche sei ein zweistelliger Millionenbetrag verloren gegangen, weil vatikanische Immobilien weit unter Marktwert verkauft worden seien. Ein Informant bezifferte den Schaden demnach auf 20 Millionen Euro.

Bertone war zuletzt unter Kritik geraten, weil er sich laut einem Zeitungsbericht eine 600 Quadratmeter große Luxuswohnung im Vatikan herrichten ließ. Er war im vergangenen Jahr von Papst Franziskus seines Amts als Kardinalstaatssekretär enthoben worden. Seine Kritiker hatten ihm einen autoritären Führungsstil und zu enge Beziehungen zur Politik vorgeworfen. Der Kardinal witterte hingegen eine Verschwörung.