EU-Wahl - Juncker: Lasse mich nicht von Rechtspopulisten wählen

Hamburg (APA/dpa/AFP) - Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, Jean-Claude Juncker, will sich nicht mit Stimmen von Faschisten od...

Hamburg (APA/dpa/AFP) - Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, Jean-Claude Juncker, will sich nicht mit Stimmen von Faschisten oder Rechtspopulisten zum EU-Kommissionspräsidenten wählen lassen. „Ich würde die Wahl nicht annehmen“, sagte der frühere luxemburgische Regierungschef am Dienstagabend in der „Wahlarena“ des deutschen TV-Senders ARD.

Der Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten, Martin Schulz, rief dazu auf, wählen zu gehen, um ein Erstarken rechter Kräfte zu vermeiden. 200 Bürger befragten in Hamburg Juncker und Schulz, zu ihren Plänen. Beide wollen nach der Europawahl jeweils Kommissionspräsident werden und müssten sich je nach Wahlausgang um eine Mehrheit im Europaparlament bemühen.

Schulz will sich bei dem geplanten Freihandelabkommen zwischen EU und USA für strenge Regeln einsetzen. „Ich würde von den Vereinigten Staaten verlangen, dass sie unsere Standards akzeptieren“, sagte der SPD-Politiker in der ARD-“Wahlarena“. Spezielle Schiedsgerichte, wo US-Firmen Sonderrechte erklagen können, lehnte Schulz ab. „Sondergerichte wird es mit mir nicht geben.“

Juncker machte sich für eine höhere Entwicklungshilfe der EU-Staaten stark, um den Flüchtlingsstrom zu mindern. „Wir können nicht zulassen, dass das Mittelmeer zum Friedhof Europas wird“, sagte Luxemburgers früherer Premierminister. Es sei ein schlimmer Zustand, dass viele Mitgliedsstaaten ihre Entwicklungshilfe zurückfahren würden. „Wir sollten die Entwicklungshilfe steigern, damit die Menschen nicht in Todesboote steigen müssen“, betonte Juncker.