Moody‘s hält Osteuropa weiter für Risiko für Österreichs Banken

Wien (APA) - Die Ratingagentur Moody‘s hält unverändert seit 2009 die Beteiligungen der österreichischen Banken in einigen osteuropäischen S...

Wien (APA) - Die Ratingagentur Moody‘s hält unverändert seit 2009 die Beteiligungen der österreichischen Banken in einigen osteuropäischen Staaten, insbesondere in Russland und der Ukraine, für ein Risiko. Außerdem zweifelt Moody‘s an der Unterstützung der heimischen Politik für Bankgläubiger. Daher bleibt der Ausblick für die österreichischen Finanzinstitute negativ, heißt es in einer Analyse heute Mittwoch.

Dabei ist Moody‘s heuer grundsätzlich optimistisch: Wie auch das Wifo erwartet Moody‘s für Österreich 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum, vor allem dank starker Nachfrage aus Deutschland und CEE-Ländern wie Tschechien, Polen und der Slowakei. Allerdings seien die österreichischen Banken in anderen CEE-Ländern, darunter insbesondere Russland und die Ukraine, schwankenden Bedingungen ausgesetzt. Das werde auch den Gewinn der dortigen Banktöchter treffen, es könnten mehr Kredite notleidend werden. Insbesondere könnten große Fremdwährungskreditportfolios heruntergestuft werden.

Insgesamt könnten 2014 rund 11 Prozent der Kredite problematisch werden. Dabei gebe es zwei unterschiedliche Ländergruppen: Während sich die Lage in Österreich und exportorientierten CEE-Ländern wie Tschechien, Polen und Slowakei verbessern dürfte, dürfte es in anderen CEE-Ländern zu einer Verschlechterung kommen, erwartet Moody‘s.

Österreichs Banken haben auch nur eine beschränkte Kapazität Verluste aufzufangen, da ihre Gewinne niedrig und die Kapitalausstattung mit 11,6 Prozent (Tier 1 nach Basel 2,5) geringer als in vergleichbaren anderen europäischen Banken ist. Auch bleiben die österreichischen Banken für externe Schocks anfällig, selbst wenn sich die Kapitalausstattung heuer durch Bilanzverkürzung und die Einbehaltung von Gewinnen verbessern dürfte. Unter dem Krisenszenario von Moody‘s würde die Kapitalausstattung des Bankensystems insgesamt (Tier 1) unter die Vorgaben der Behörden fallen - vor allem wegen Verlusten in Osteuropa. Dabei hat sich die Lage der österreichischen Banken verbessert, das Verhältnis der Kredite im Vergleich zu den Einlagen ist von 141 Prozent 2010 auf nunmehr 126 Prozent gefallen, vermerkt die Ratingagentur.

In der Vergangenheit hatten die österreichischen Banken eine hohe Unterstützung durch die Regierung. Moody‘s erwartet aber eine schwindende Bereitschaft der Regierung, notleidende Banken zu unterstützen. Das werde wiederum die allgemeine Kreditwürdigkeit der österreichischen Banken beeinträchtigen. Der negative Ausblick spiegle auch die Unsicherheit im Zusammenhang mit der geplanten Bankenregulierung wider, die festlegen wird, wie Aktionäre und Kreditgeber der Banken sich an Sanierungskosten beteiligen sollen (bail-in).