Standort Tirol

Fahrradantrieb aus Tirol soll Beneluxstaaten erobern

Für seinen Fahrradmotor will Vivax Assist neue Märkte finden. Im Visier sind die Beneluxstaaten, Frankreich und Spanien.

In Österreich ist bereits in jedem neunten verkauften Fahrrad ein Elektroantrieb eingebaut. Wie stellt sich dieser Markt aus Ihrer Sicht dar?

Monika Schweitzer: Für uns läuft der österreichische Markt im Vergleich zu Deutschland, Italien und der Schweiz etwas schlechter. Denn der Österreicher ist ein sehr ambitionierter Sportler, er möchte lieber alles aus eigener Muskelkraft schaffen. E-Bikes werden aber auch hierzulande immer beliebter. Wir tun uns ein wenig leichter als andere Anbieter, da unser Motor in ein sportliches Fahrrad verbaut wird und damit gleicht es nicht einem Moped wie andere E-Bikes.

Ihren Antrieb kann man beinahe unsichtbar ins Sattelrohr einbauen. Gibt es auf diesem Gebiet Konkurrenz?

Dido Kopp: Nein. Unser Motor wiegt inklusive Akku zwei Kilogramm, andere Antriebe wiegen sieben bis acht Kilo. Und natürlich unterscheidet uns die Optik: Man fährt ein sportliches Fahrrad und die Fahrdynamik bleibt erhalten.

Wie hat sich die Firma bisher entwickelt und wie soll es weitergehen?

Schweitzer: 2006 habe ich die Firma gemeinsam mit einem Ingenieurbüro, das für die Entwicklung zuständig war, gegründet. Wir haben dann die Idee des Antriebs den beiden Ingenieuren abgekauft. Es tauchten Schwierigkeiten auf, den Prototyp in Serienfertigung gehen zu lassen. Das hat uns zwei Jahre Entwicklungszeit gekostet, bis wir Gruber Assist auf den Markt bringen konnten. Dieser Antrieb war noch sehr laut. Inzwischen wurde der Geräuschpegel minimiert und dem Motor wurde der Name Vivax Assist gegeben. Das war der technische Durchbruch. Nun müssen der Vertrieb und das Marketing weiterentwickelt werden.

Sie wollen neue Märkte erobern wie beispielsweise die USA?

Schweitzer: Die Grundidee dahinter war, unseren saisonalen Markt abzufedern. Wir wollen auch im Winter verkaufen. Das klappt in Italien und wir dachten auch an Kalifornien, da wir dort unsere Zielgruppe vermuteten. Doch die Erkenntnis nach Marktrecherchen war bitter: Vor 2 Jahren wurden in den gesamten USA nur 80.000 E-Bikes verkauft. Das ist einfach nichts. Zudem kommen verschiedene rechtliche Hürden für diesen Markt hinzu. Deshalb haben wir uns aus den USA zurückgezogen. Interessant könnte Australien werden. Dort spricht man davon, dass die E-Biker die neuen Golfer sind. Aus den Niederlanden haben wir ein tolles Feedback, zudem wollen wir Spanien und Frankreich erobern. Das sind riesige Märkte, die näher liegen als Übersee.

Welchen Zeithorizont setzen Sie sich dafür?

Schweitzer: Benelux wird derzeit entwickelt, für die Niederlande wurde sogar eine Förderung genehmigt. In Spanien und Frankreich tasten wir derzeit den Markt ab. Ich denke, wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren dort sein.

Welche Hürden tauchen auf, wenn man solche Märkte erobern will?

Kopp: Bei Spanien und Frankreich sind es sprachliche Hürden. Und es ist nicht leicht, den richtigen Partner zu finden. Wir brauchen Partner, die neben dem kaufmännischen auch über technisches Verständnis verfügen, um die Händler zu schulen.

Schreibt Vivax Assist schon Gewinne?

Schweitzer: Im Jahr 2013 schrammten wir knapp an der Gewinnzone vorbei. Heuer sind wir optimistisch, dass da ein gutes Plus steht. Natürlich müssen die Entwicklungs- und Marketingkosten zurückverdient werden.

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