Verkehr

In Mayrhofen fahren die Bagger auf

Der Neubau der Penkenbahn um rund 50 Mio. Euro wirft seine Schatten voraus. Damit die Inbetriebnahme im Winter 2015/16 erfolgen kann, sollen Teile des Verkehrskonzeptes diesen Sommer baulich realisiert werden.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Es ist längst eine beschlossene Sache – das für den Neubau der Mayrhofner Penkenbahn erforderliche Verkehrskonzept. Ob es jemals umgesetzt wird, daran zweifeln manche. Einmal, weil im Gemeinderat immer wieder Änderungen zur Diskussion standen und Grundverhandlungen noch immer laufen. Und zum Zweiten, weil die Bevölkerung nie umfassend informiert wurde. Auch die Unterlagen zum Verkehrskonzept, die die Bergbahn für das naturschutzrechtliche Verfahren beim Land eingereicht hatte, waren nicht vollständig. Bis 30. April – so die Frist – hatte die Liftgesellschaft fehlende Informationen nachzuliefern.

„Das haben wir auch gemacht“, informiert Bergbahnvorstand Michael Rothleitner, für den es nun an die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen geht. Einen nicht unerheblichen Teil der straßenbaulichen Maßnahmen übernimmt die Bergbahngesellschaft, die mit der Umsetzung diesen Sommer beginnen will. Mit ein Grund, warum nun auch die Bevölkerung bei einer voraussichtlich im Juni stattfindenden Gemeindeversammlung informiert werden soll. Betroffene Anrainer werden u. a. heute und am 26. Mai über die Pläne in Kenntnis gesetzt.

Damit die 3500 Skifahrer, die die neue Bahn ab Winter 2015/16 stündlich transportieren soll, am Nachmittag halbwegs zügig in ihre Unterkünfte gebracht werden können, wurde das Skibuskonzept überarbeitet. Weil die Busse ihren Zeitplan einhalten (und nicht auf der B169 im Stau stehen) sollten, sind innerörtliche Skibusrouten und damit folgende bauliche Maßnahmen nötig:

1 Bahnhofsumbau. Der neue Bahnhof mit großem Busterminal ist das Kernstück des Konzeptes, zumal im Bahnhofsbereich (zwischen Kreisverkehr Nord und einem neu zu errichtenden Kreisverkehr bei der Einfahrt Mitte) der Verkehr auf der B169 unterirdisch geführt werden soll. Das Großprojekt finanzieren das Land Tirol, die Zillertaler Verkehrsbetriebe, der VVT und die Gemeinde. „Eine aktuelle Kostenschätzung gibt es nicht, da die Pläne immer wieder abgeändert werden mussten“, sagt Verkehrsausschussobmann Hans Jörg Moigg. Frühestens könne 2017 mit dem Bau begonnen werden. Die Grundverhandlungen laufen noch immer.

2 Einmündung Dornaustraße/Zillerbrücke B169. Die Dornaustraße zweigt von der B169 ab und endet rückseitig der Penkenbahn-Talstation. Über diese Wohnstraße soll künftig ein Teil des Skibusverkehrs abgewickelt werden. Daher muss die schmale Sackgasse bei der Einmündung in die B169 verbreitert werden. In weiterer Folge ist auf der B169 eine Einschleifspur für die Busse sowie ein Linksabbieger geplant. Dazu muss die Zillerbrücke in diesem Bereich verbreitert werden. Die Kosten – auch sie stehen noch nicht fest – tragen das Land und die Gemeinde. Das Land mache laut Moigg derzeit die Ausschreibung. Der Baustart erfolgt im Sommer.

3 Brücken Penkenbahn. Für die Skibusse, die die Penkenbahn rückseitig über die Dornaustraße anfahren sollen, wird eine Wendemöglichkeit geschaffen, indem die Mayrhofner Bergbahnen rückseitig der Talstation zwei Brücken über den Ziller errichten. Baustart ist im Sommer geplant.

4 Brücke Ahornbahn. Damit der innerörtliche Skibus, der die Penkenbahn und Ahornbahn anfährt, wieder retour Richtung Europahaus fahren kann, will die Liftgesellschaft in Höhe der Ahornbahn eine weitere Brücke über den Ziller realisieren. Derzeit ist sie einspurig geplant. Es gibt Überlegungen, sie zweispurig zu führen. In diesem Fall sollte sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen. Baustart ebenfalls in diesem Sommer vorgesehen.

5„Roscherfeldstraße“. Über die heuer neu zu errichtende, rund 400 Meter lange Straße soll eine Anbindung von der neuen Ahornbahn-Brücke bzw. der Zillerlände zur Peter-Habeler-Straße geschaffen werden. Die Straße wird von der Bergbahn gebaut und soll als Privatstraße ausschließlich für den Skibusverkehr genutzt werden. Die Kosten für sämtliche straßenbaulichen Projekte der Bergbahn sollen laut Rothleitner in den nächsten Tagen vorliegen.

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Angela Dähling

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