Hochwasser - Serbische Regierung plant Schadensbewertung bis 30. Mai

Belgrad (APA) - Die serbische Regierung will bis 30. Mai eine Aufstellung der durch die katastrophalen Überschwemmungen angerichteten Sachsc...

Belgrad (APA) - Die serbische Regierung will bis 30. Mai eine Aufstellung der durch die katastrophalen Überschwemmungen angerichteten Sachschäden anfertigen. Das hat am Mittwoch die stellvertretende Ministerpräsidentin Zorana Mihajlovic angekündigt. Ersten offiziellen Schätzungen zufolge dürfte sich der Schaden auf mindestens eine Milliarde Euro belaufen.

Mihajlovic, die auch Verkehrsministerin ist, erklärte, dass von 3.500 des 17.000 Kilometer umfassenden höherrangigen Verkehrswegenetzes stark beschädigt oder ruiniert worden seien. Besonders schwierig sei die Situation für knapp 32.000 Menschen, die in den vergangenen Tagen ihre Häusern verlassen mussten.

Tausende Evakuierte wurden in Notunterkünften in Belgrad untergebracht. Nach Angaben der Behörden dürfte es unter anderem in Obrenovac, einer Stadt südwestlich von Belgrad, noch Wochen dauern, bis die Bewohner zurückkehren können.

Serbien wird bei der Beseitigung der Hochwasserschäden auch mit Finanzmitteln des europäischen Solidaritätsfonds sowie mit den Mitteln aus der EU-Beitrittshilfe IPA rechnen können. Das erklärte Regierungschef Aleksandar Vucic nach einem Treffen mit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz, Kristalina Georgiewa, am Dienstagabend. Georgiewa wurde am Mittwoch in Obrenovac sowie in Kostolac erwartet, wo deutsche, tschechische und französische Teams weiterhin bemüht sind, die Überschwemmung des Kohlekraftwerkes, einer der wichtigsten Stromproduzenten im Land, zu verhindern.

Serbien könne mit voller Unterstützung der Europäischen Union rechnen. Die humanitäre Hilfe treffe bereits ein, auf die Finanzmittel aus dem Solidaritätsfonds werde man etwa sechs Monate warten müssen, etwas weniger auf die IPA-Finanzmittel, erläuterte Georgiewa. Bei den IPA-Mitteln dürfte es um die Gelder gehen, die Serbien mangels Projekte in den Jahren 2011 und 2012 nicht genutzt hatte, berichteten Medien.

Ohne die EU-Hilfe hätte Serbien keine Chance, den durch die katastrophalen Überschwemmungen angerichteten Schaden zu beseitigen, meinte Vucic. Die Hauptaufgabe liege allerdings an Serbien selbst, unterstrich der Regierungschef.

Internationale Geber, darunter Vertreter der EU-Staaten, der USA, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der Weltbank, der Europäischen Investitionsbank (EIB), werden am Donnerstag in Belgrad zusammenkommen.