EU-Wahl - Zahlen und Fakten zum alten und neuen Europaparlament

Straßburg (APA/AFP) - In dem vor fünf Jahren zuletzt gewählten Europaparlament gibt es derzeit 766 Sitze, die von Abgeordneten aus den 28 EU...

Straßburg (APA/AFP) - In dem vor fünf Jahren zuletzt gewählten Europaparlament gibt es derzeit 766 Sitze, die von Abgeordneten aus den 28 EU-Staaten besetzt werden. Der Frauenanteil lag bei 34 Prozent - gegenüber 32,24 Prozent im österreichischen Nationalrat. Er ist seit der ersten Direktwahl im Jahre 1979, als nur 16 Prozent der Euro-Abgeordneten Frauen waren, kontinuierlich gestiegen.

Im Parlament gab es bisher sieben Fraktionen:

- Konservative (EVP): 273 Sitze

- Sozialisten (SPE): 196 Sitze

- Liberale (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa - ALDE): 83 Sitze

- Grüne: 57 Sitze

- Nationalkonservative Euroskeptiker: (Europäische Konservative und Reformisten - ECR): 57 Sitze

- Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken und Nordische Grüne Linke - GUE): 35 Sitze

- Konservative Euroskeptiker und EU-Gegner: (Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie - EFD): 31 Sitze

Fraktionslose (unter anderem Rechtsextreme): 33 Sitze

Im neuen Europaparlament wird die Zahl der Mandate aufgrund des Reformvertrags von Lissabon auf 751 Abgeordnete begrenzt. Die Zahl der österreichischen Euro-Parlamentarier wird 19 auf 18 reduziert. Das Land mit dem am Abstand meisten Mandataren ist Deutschland mit 93 Parlamentariern, gefolgt von Frankreich mit 74 und Großbritannien mit 73.

Die Zahl der Sitze wird anhand der Einwohner der einzelnen Mitgliedsländer festgelegt. Besonders kleine Länder bekommen aber einen Bonus - dadurch können Luxemburg, Malta, Estland und Zypern jeweils sechs Abgeordnete ins Europaparlament entsenden.

Bei der anstehenden Wahl sind rund 400 Millionen EU-Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, davon rund 6,4 Millionen in Österreich. Die Wahlbeteiligung lag 2009 bei 43 Prozent EU-weit. Diesmal könnte sie Prognosen zufolge noch niedriger ausfallen. Bei der ersten Direktwahl 1979 hatten noch 63 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme angegeben.

Die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments findet vom 1. bis zum 3. Juli in Straßburg statt. Mitte Juli soll das Plenum dann über die Ernennung des neuen Kommissionspräsidenten abstimmen. Erstmals sind die Spitzenkandidaten der europäischen Parteien - unter ihnen der Deutsche Martin Schulz und der Luxemburger Jean-Claude Juncker - zugleich Anwärter für den Brüsseler Spitzenposten. Die Zustimmung der EU-Volksvertretung ist notwendig, damit der neue Kommissionspräsident sein Amt antreten kann.