EU-Wahl - Beteiligung geht europaweit stetig zurück

Brüssel/Wien (APA/dpa) - Seit der ersten Direktwahl zum EU-Parlament 1979 geht die Beteiligung europaweit kontinuierlich zurück. Lag sie vor...

Brüssel/Wien (APA/dpa) - Seit der ersten Direktwahl zum EU-Parlament 1979 geht die Beteiligung europaweit kontinuierlich zurück. Lag sie vor 35 Jahren im Durchschnitt der - damals nur neun - EU-Länder noch bei 62 Prozent, traten bei der Wahl 2009 nur mehr 43 Prozent aller Wahlberechtigten aus den zu dieser Zeit bereits 27 EU-Ländern den Gang zur Urne an. Schlusslicht mit nur 19,6 Prozent war damals die Slowakei.

An der Spitze lagen Luxemburg und Belgien mit jeweils mehr als 90 Prozent, in beiden Ländern herrscht allerdings Wahlpflicht. Kroatien, inzwischen das 28. Mitglied, wählte seine Abgeordneten erstmals einige Wochen vor dem Beitritt zum 1. Juli 2013 - bei einer mageren Beteiligung von 20,8 Prozent.

Dass die Wahlbeteiligung in den einzelnen Ländern stark variiert, hat Experten zufolge mehrere Gründe: In Ländern mit traditionell hohem Interesse an nationalen Wahlen ist auch die Beteiligung an der Europawahl relativ hoch. Zudem herrscht in mehreren Ländern Wahlpflicht, allerdings werden Nichtwähler nicht strafrechtlich verfolgt. Britische Wähler hingegen sind - was ihre Haltung zu Europa und die Beteiligung an der EU-Wahl angeht - weitaus reservierter.

Auch in Österreich beteiligen sich deutlich mehr Wähler an Nationalrats- oder Landtagswahlen als an der Europawahl. Bereits 1999 lag die Beteiligung unter 50 Prozent, 2004 fiel sie auf den bisherigen Tiefststand von 42,43 Prozent bevor sie 2009 - dank der erstmals möglichen Briefwahl - auf 45,97 Prozent stieg.