Osttirol

Radwegbrücke wandert von Leisach nach Lienz

Das nach der Hangrutschung vor vier Jahren für die Radweg-Umleitung aufgestellte Provisorium soll bald den desolaten Falkensteinersteg ersetzen.

Von Claudia Funder

Lienz, Leisach –Nach dem massiven Hangrutsch in Leisach, bei dem am 20. Feber 2010 rund eine Million Kubikmeter Material in Bewegung geraten war, wurde nach Sofortmaßnahmen an der B100 der Radweg auf die andere Seite des Drauflusses verlegt. Seitdem waren die Pedalritter über zwei damals im Eiltempo aus dem Boden gestampfte Brücken gelotst worden.

Voraussichtlich am Samstag wird der neue Radwegabschnitt, der in den Altbestand eingebunden wurde, für den Radverkehr freigegeben werden. Die beiden Brücken sind vor Ort nicht mehr nötig.

„Eine von ihnen wurde bereits im Herbst nach Ende der Radsaison demontiert und bei uns für mögliche weitere Einsätze zwischengelagert“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes, im Gespräch mit der TT.

Die zweite Holzkonstruktion, die derzeit noch in Leisach steht und dort ebenfalls ihren Zweck erfüllt hat, könnte – wie Bürgermeisterin Elisabeth Blanik gestern nach der Stadtratssitzung bekannt gab – bald nach Lienz übersiedeln: „Sie soll den Falkensteinersteg ersetzen – nach Möglichkeit der Durchführung“, schränkt die Stadtchefin ein. Die alte, nicht mehr sanierungsfähige Bogenbrücke beim Falkensteinerweg sei längst zum Problem geworden, insbesondere im Winter. Die rissige Asphaltdecke wurde, gepaart mit der gewölbten Brückenform, vor allem älteren Passanten zum nicht ungefährlichen Stolperstein.

Nachdem alle Brückenkonstruktionen der Stadt unter die Lupe genommen worden waren, war klar, dass der Falkensteinersteg zu den desolatesten dieser Objekte zählt. Die Stadt Lienz hatte einst die Radwegbrücken mitfinanziert, eine Überprüfung ergab nun, dass der Austausch grundsätzlich möglich ist.

„Im Stadtrat wurde ein Rahmenbetrag von 70.000 Euro beschlossen“, gibt Blanik bekannt. Nun werden noch offene Fragen geklärt, vor allem hinsichtlich Logistik und Transport. Der Falkensteinerweg ist eng. Wie die Übersiedelung genau über die Bühne gehen kann, steht noch nicht fest. Fix ist, dass die Holzkonstruktion gekürzt werden muss und die Beton-Wiederlager zu erneuern sind. Große Vorteile sind der zukünftige ebene Verlauf und das Plus an Breite. Möglich ist, dass die Brückengeländer mit Glasfeldern versehen werden.

Das Projekt muss noch im Gemeinderat durchgewunken werden. Der Zeitdruck hält sich jedoch in Grenzen, denn die Brücke steht in Leisach derzeit trotz Baumaßnahmen noch gut. „Sie ist nicht im Weg“, bestätigt Haider.

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Catharina Oblasser

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