Innsbruck

Von Bäumen, Parkplätzen und Höchstgeschwindigkeit

Politik und Projektverantwortliche der Regionalbahn präsentierten gestern Anrainern und Interessierten den Planungsstand des Ost-Astes.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Für Bernd Watscher ist das gesamte Projekt schlichtweg überzogen. Und das lässt er die Damen und Herren von Politik, Verkehrsplanung und Projektmanagement am Mittwoch beim Infotag zum Regionalbahnprojekt im Wohnheim Reichenau auch wissen. Wie seinem Nachbarn auch geht es ihm als Bewohner des Hauses Reichenauer Straße 99 um die Tatsache, dass der geplante Ost-Ast der Regionalbahn auf einer eigenen Trasse in der Mitte der Straße geführt werden soll.

„Wozu brauchen wir in der Stadt überhaupt eine Hochgeschwindigkeitsbahn?“, will Bernd Watscher von IVB-Projektleiter Harald Muhrer und Verkehrsplaner Stefan Leber wissen. Immerhin verliert die Reichenauer Straße durch den Bau der Trasse und die Fahrbahnverbreiterung 74 Parkplätze. Auch die Erreichbarkeit der Einfahrten zu privaten Stellplätzen wird erschwert, denn der Gleiskörper darf nur im Kreuzungsbereich gequert werden.

Die Experten betonen einmal mehr die Notwendigkeit einer gut ausgebauten Ost-West-Achse. Eine Bahn auf einer eigenen Trasse garantiere staufreies Weiterkommen und erhöhe so die Attraktivität.

Solche und ähnliche Gespräche standen gestern am Informationstag und am Abend im Rahmen einer Diskussionsrunde im Mittelpunkt. Die Spitzen der Stadtkoalition waren gekommen und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider, Vizebürgermeister Christoph Kaufmann und Stadtrat Gerhard Fritz stellten sich den ganzen Tag den Fragen der Anrainer und Interessierten zum Thema Regionalbahn.

Zu Beginn des Informationstages übte ein Besucher lautstark Kritik an der Wahl des Termins unter der Woche sowie am Projekt selbst. Abgesehen davon, so waren sich Vertreter von Politik und Planungsteam einig, fand ein durchwegs guter Meinungsaustausch mit einem hohen Maß an Gesprächskultur mit den Bürgerinnen und Bürgern statt. Vorschläge, ob man nicht etwa Bäume fällen und dafür zusätzliche Parkplätze schaffen könnte, waren ebenso dabei wie Fragen zum Gesamtprojekt der Regionalbahn sowie zum Parkraumkonzept.

Am Ende seines Besuchs beim Info-Tag im Wohnheim Reichenau ist Anrainer Bernd Watscher trotz aller Gespräche mit Fachleuten und Vertretern der Politik vom Konzept der Regionalbahn nicht überzeugt. Der vermeintliche Nutzen der „Hochgeschwindigkeitsbahn“ steht seiner Meinung nach in keiner Relation zu den negativen Auswirkungen auf seine Reichenauer Straße und deren Bewohner.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verwandte Themen