Hochwasser - Lage an der Save in Bosnien stabilisiert

Belgrad/Sarajevo (APA) - In den Hochwasser-Regionen Serbiens, Bosniens und Kroatiens sind die Pegel zahlreicher Flüsse zwar gesunken, die Si...

Belgrad/Sarajevo (APA) - In den Hochwasser-Regionen Serbiens, Bosniens und Kroatiens sind die Pegel zahlreicher Flüsse zwar gesunken, die Situation war am Mittwoch aber nach wie vor dramatisch: Erdrutsche, Grundwasser und Flüsse, die sich ihre eigenen Wege bahnten, bereiteten lokalen Krisenstäben anhaltendes Kopfzerbrechen.

Die Situation an der Save in Bosnien habe sich stabilisiert, hieß es am Mittwoch. In den serbischen Ortschaften Morovic und Visnjicevo wurde dagegen die zweite Evakuierungsphase gestartet: Frauen, Kinder und alte Menschen müssten im Laufe des Tages ihre Häuser verlassen, entschied der regionale Krisenstab. Grund der Maßnahme war ein Dammbruch an der Save in Ostkroatien. Dadurch bahnt sich die Save ihren Weg durch Waldgebiete in Richtung der beiden Ortschaften und birgt ein nicht kalkulierbares Risiko.

Im bosnischen Kanton Tuzla wurden bis Mittwoch mehr als 2.500 Stellen identifiziert, an denen Gefahr durch Erdrutsche besteht. Bedroht waren rund 3.000 Häuser, hieß es.

In Mali Zvornik an der serbisch-bosnischen Staatsgrenze wurde vorläufig die Gefahr gebannt, dass Erdreich den Fluss Drina verlegt. Sollten sich die Erdmassen weiterbewegen, droht der Fluss die bosnischen Stadt Zvornik zu überfluten. In Banja Luka würden dringend männliche Arbeitskräfte benötigt, hieß es seitens die Stadtbehörden.

In Obrenovac, der in Serbien am schwersten betroffenen Kleinstadt südwestlich von Belgrad, mussten in der Nacht auf Mittwoch die letzten noch nicht evakuierten Bewohner ihre Häuser verlassen. Seit Freitag wurden dort mehr als 24.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Kampf gegen die Wassermassen wurde auch im Kohlekraftwerk TENT fortgesetzt, auf das die Hälfte der serbischen Stromproduktion entfällt. Aus Belgrad wurden 60.000 zusätzliche Sandsäcke geschickt.

In Belgrad, wo an der Save und Donau ebenfalls Schutzdämme errichtet wurden, wurde die Situation als sicher bewertet. In Sabac, wo unter anderem österreichische Hilfsteams im Einsatz sind, hat sich die Lage entspannt. Entwarnung wurde für die Kleinstadt an der Save jedoch noch nicht gegeben.

In den Uni-Gebäuden von Belgrad herrscht unterdessen ungewöhnliche Stille. Prüfungstermine wurden auf die kommende Woche verschoben, da zahlreiche Studenten bei der Errichtung von Schutzdämmen und in Notunterkünften für Hochwasseropfer helfen.