Chemiewaffen-Inspekteure: Syrien kann kein Sarin mehr herstellen

Damaskus/Den Haag (APA/AFP) - Syrien ist nach Einschätzung der internationalen Chemiewaffen-Inspekteure nicht mehr in der Lage, das tödliche...

Damaskus/Den Haag (APA/AFP) - Syrien ist nach Einschätzung der internationalen Chemiewaffen-Inspekteure nicht mehr in der Lage, das tödliche Nervengas Sarin herzustellen. Sämtliche deklarierten Bestände einer zentralen Chemikalie für die Sarin-Erzeugung seien zerstört, erklärte die Mission zur Überwachung der Vernichtung der syrischen Chemiewaffenbestände am Dienstagabend in Damaskus.

Demnach befinden sich insgesamt noch 7,2 Prozent der syrischen Chemiewaffenvorräte im Lande. Die Mission der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) und der UNO forderte Damaskus auf, die verbliebenen Mengen „sobald wie möglich“ der Zerstörung im Ausland zuzuführen.

Die gemeinsame OPCW-UN-Mission bestätigte in einer Erklärung „die Zerstörung der gesamten angegebenen syrischen Bestände von Isopropanol“ - einer Chemikalie, die zur Herstellung von Sarin benötigt wird. Das Nervengas Sarin, das über Haut und Atemwege in den Körper gelangt, gehört zu den am meisten gefürchteten Kampfstoffen. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Sarin 26 Mal tödlicher als Zyanid. Gegenmittel wirken nur bei sofortiger Verabreichung. Auch Überlebende einer Sarin-Vergiftung tragen häufig Langzeitschäden davon.

Bei einem Giftgas-Angriff mit Sarin in einem Vorort von Damaskus im August 2013 waren 1400 Menschen getötet worden. Der Westen machte die Truppen von Syriens Präsident Bashar al-Assad dafür verantwortlich, die syrische Regierung die Rebellen. Nachdem die USA Damaskus mit einem Militäreinsatz drohten, stimmte Assad der Vernichtung des kompletten syrischen Giftgasarsenals zu. Gemäß des vereinbarten Zeitplans sollen alle gefährlichen Kampfstoffe bis 30. Juni außer Landes gebracht sein.