Islamistischer Terror in Nigeria

Abuja (APA/dpa) - Islamisten terrorisieren seit Jahren Nigeria. Bei Anschlägen - wie jetzt in der Stadt Jos - wurden schon Tausende Menschen...

Abuja (APA/dpa) - Islamisten terrorisieren seit Jahren Nigeria. Bei Anschlägen - wie jetzt in der Stadt Jos - wurden schon Tausende Menschen getötet. Die meisten Angriffe werden der Gruppe Boko Haram zugeschrieben. Die schwersten Anschläge der vergangenen Monate:

25. Februar 2014: Etwa 50 Bewaffnete stürmen einen Schulkomplex im Bundesstaat Yobe und töten 43 Menschen. Vielen der meist jungen Opfer schneiden sie die Kehlen durch.

1. März: In Maiduguri explodieren zwei Autobomben, die 52 Menschen in den Tod reißen. Die meisten Opfer sind Fußballfans, die eine öffentliche Fernsehübertragung verfolgten. Am selben Tag überfallen Terroristen das Dorf Mainok und töten 39 Bewohner.

3. März: Terroristen greifen ein Dorf nahe Maiduguri mit Maschinenpistolen und Raketenwerfern an - rund 80 Tote.

23. März: Mindestens 17 Menschen werden bei einem Bombenanschlag auf einen Fischmarkt im Bundesstaat Borno getötet. Auch in diesem Fall sehen die Behörden die Boko Haram als Urheber.

25. März: Selbstmordattentäter fahren in Maiduguri ein mit Sprengstoff beladenes Auto in eine Polizeipatrouille - acht Tote.

3. April: In der Provinz Zamfara fallen Islamisten auf rund 50 Motorrädern in zwei Dörfer ein und töten mindestens 22 Menschen.

14. April: Bei einem Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja werden nach Angaben aus Krankenhäusern mehr als 200 Menschen getötet. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan vermutet Boko Haram hinter dem Attentat.

15. April: Boko Haram entführt mehr als 200 meist christliche Schulmädchen im Dorf Chibok in der Provinz Borno. Die Islamisten wollen mit ihnen die Freilassung gefangener Terroristen erpressen und erklären, viele Mädchen seine zum Islam konvertiert. Bisher fehlt trotz Unterstützung westlicher Experten und des Einsatzes von Aufklärungsflugzeugen jede Spur von den Mädchen.

6. Mai: Mehr als 200 Menschen werden laut Augenzeugen bei einem Angriff im Bundesstaat Borno getötet. Nach Zeitungsberichten überfallen Bewaffnete ein Dorf und ermorden wahllos Bewohner.

19. Mai: Mindestens 15 Menschen werden bei einem Selbstmordanschlag in einem überwiegend von Christen bewohnten Viertel der nordnigerianischen Stadt Kano getötet. Boko Haram hatte mit neuen Anschlägen gedroht, nachdem die Sicherheitskräfte ihre Suche nach den entführten Schulmädchen intensiviert hatten.

20. Mai: Bei einem Doppelanschlag durch Autobomben in der zentral gelegenen Stadt Jos werden mindestens 118 Menschen getötet.

21. Mai: Bei Angriffen auf Dörfer nahe Chibok sterben mindestens 30 Personen, Dutzende Häuser werden zerstört.

(Grafik Nr. 0611-14; Format 42x75mm)