Schweizer Pensionskassen mit 6,3 Prozent Rendite im vergangenen Jahr

Bern (APA/sda) - Die Schweizer Pensionskassen haben im vergangenen Jahr von der guten Lage an den Börsen profitiert. Im Durchschnitt fuhren ...

Bern (APA/sda) - Die Schweizer Pensionskassen haben im vergangenen Jahr von der guten Lage an den Börsen profitiert. Im Durchschnitt fuhren sie eine Rendite von 6,3 Prozent ein, wie aus einer Umfrage der Investmentgesellschaft Swisscanto hervorgeht.

Über die Hälfte der befragten Kassen hätten eine Rendite zwischen 5 und 7,5 Prozent erzielt, teilte die Kantonalbanken-Fondsgesellschaft Swisscanto am Mittwoch an einer Veranstaltung in Zürich mit. Ein Fünftel der Pensionskassen hätten sogar Renditen von 7,5 bis 10 Prozent eingefahren.

„2013 war dank der Aktienmärkte ein gutes Jahr für die Pensionskassen“, sagte Peter Bänziger, Leiter Asset Management von Swisscanto. Nachdem das Vorjahr noch ein perfektes Anlagejahr gewesen sei mit zweistelligen Kursanstiegen für Aktien und einem deutlichen Plus für Obligationen, sei die Lage 2013 schon nicht mehr so ungetrübt gewesen.

Zwar sei die Anlageperformance der Aktien noch besser gewesen, aber die Obligationenmärkte hätten leichte Kurseinbußen aufgewiesen, sagte Bänziger.

Die erzielte Anlagerendite von 6,3 Prozent habe im vergangenen Jahr die erforderlichen Zinssätze deutlich übertroffen. Die aktiven Versicherten mussten im vergangenen Jahr mit 2,2 Prozent verzinst werden, die Pensionisten mit 3,3 Prozent.

Da die Pensionskassen auch in schwachen Anlagejahren eine Verzinsung gewähren müssten, sei es nötig, in guten Jahren Reserven aufbauen zu können. Es habe keinen „Milliarden-Beschiss“ gegeben, sagte der Leiter der Personalvorsorgeberatung, Othmar Simeon. Als Beispiel nannte er das Jahr 2011, als die Anlageperformance negativ gewesen sei und trotzdem die Zinsen hätten gezahlt werden müssen.

Zudem finde eine Umverteilung zwischen den aktiv Versicherten und den Pensionisten statt. Von der erzielten Anlagerendite hätten die Pensionsbezieher in den letzten Jahren deutlich mehr konsumiert, sagte Simeon. Die geschätzte Umverteilung liege bei 0,4 Prozent der Bilanzsumme.

Insgesamt konnten die Pensionskassen ihre Polster weiter verstärken. Der vermögensgewichtete Deckungsgrad verbesserte sich bei den privatrechtlichen Kassen im vergangenen Jahr von 107,6 auf 110,3 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung (ohne Staatsgarantie) wiesen einen Deckungsgrad von 101 Prozent auf, jene mit Teilkapitalisierung und Staatsgarantie einen solchen von 75 Prozent.

Das Ziel ist aber noch nicht erreicht, sagte Simeon. Gemäß Anlagestrategie müssten die Pensionskassen einen Deckungsgrad von 116 Prozent haben, um die Taucher an den Finanzmärkten aushalten zu können. Mittlerweile hätten gut ein Viertel der privatrechtlichen Kassen genügend hohe Wertschwankungsreserven. Bei den öffentlich-rechtlichen Kassen seien es nur 4 Prozent.

Auf der anderen Seite habe die Gruppe der Vorsorgeeinrichtungen mit Unterdeckung abgenommen, sagte Swisscanto-Chef Gerard Fischer. In der Umfrage wiesen 4 Prozent der privatrechtlichen und 62 Prozent der öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen eine Unterdeckung aus.

Ein Jahr zuvor waren noch 8 Prozent der privatrechtlichen Pensionskassen unterdeckt gewesen. „Insgesamt sind fast eine Million Versicherte in Vorsorgeeinrichtungen mit einer Unterdeckung und diese sind deshalb nicht ausreichend finanziert“, sagte Fischer.

„Der finanzielle Zustand der Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz kann als gut bezeichnet werden“, sagte Simeon. „Die Deckungsgrade der Vorsorgeeinrichtungen sind fast wieder genau gleich hoch wie im Jahre 2004“, sagte Fischer.

An der Umfrage nahmen 370 Pensionskassen teil. Die Umfrage repräsentiere damit rund drei Viertel des Vorsorgevermögens und 61 Prozent der Versicherten in der Schweiz, sagte Fischer.