Tirol

Egger baut Zentrale in St. Johann um 50 Millionen Euro aus

Das Egger-Werk in St. Johann.
© Egger

Österreichweit stagniert der Umsatz bei rund 450 Mio. Euro, doch veredelte Holzprodukte aus der Zentrale St. Johann seien „krisensicher“.

Von Beate Troger

St. Johann – 53 Jahre nach der Unternehmensgründung baut der Holzkonzern Egger in St. Johann seinen Tiroler Stammsitz um 50 Mio. Euro groß aus. Bis Anfang 2015 entstehen am Firmengelände ein neues Verwaltungsgebäude und ein Hochregallager mit einer Kapazität von 35.000 Kubikmetern. Eine Kurztaktpresse zur Beschichtung von Platten mit Oberflächendekoren um 15 Mio. Euro wurde bereits Ende des vergangenen Jahres in Betrieb genommen.

Die Egger-Gruppe mit 7200 Mitarbeitern in 17 Werken ist in den vergangenen Jahren vor allem in Osteuropa stark gewachsen.

2013 kletterte der Umsatz um 11 Prozent auf knapp 2,2 Mrd. Euro. Trotz der schwierigen Lage am Heimmarkt aufgrund hoher Rohstoffpreise ist das Stammwerk in St. Johann, wo 900 Mitarbeiter beschäftigt sind, an seine Grenzen gestoßen.

Vor allem bei den Büros wurde zuletzt viel improvisiert: „Büroräume wurden teilweise über die Produktionsanlagen eingebaut, viele Abteilungen sind getrennt und übers gesamte Gelände verteilt“, berichtet Martin Reinberger, Österreich-Länderchef für Finanzen und Verwaltung. In zwei viergeschoßigen Bürogebäuden, überwiegend aus firmeneigenen Holzbaustoffen, werden in knapp einem Jahr 250 Mitarbeiter aus diversen administrativen Bereichen tätig sein, außerdem soll dort ein Mitarbeiterrestaurant entstehen. Der Spatenstich für den Zubau fand bereits Anfang des Jahres statt, bis Herbst soll die Fassade fertig gestellt sein.

Ebenfalls bereits im Bau ist das neue Hochregallager mitten im Firmengelände. Das 33,6 Meter hohe hochautomatisierte Lager soll künftig rund sechsmal so viel Lagerraum bieten wie bisher, kündigt Günter Würtl, Werksleiter im Bereich Logistik, an. Da zuletzt in St. Johann vor allem die Produktionsflächen erweitert worden sind, wurden die Lagerflächen immer beengter. Obwohl das Hochregallager überwiegend automatisiert ist, sollen keine Arbeitsplätze verloren gehen, im Gegenteil: Durch den Schichtbetrieb rund um die Uhr sollen mit der Inbetriebnahme im November 2014 zwölf neue Jobs geschaffen werden.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014 konnte die Egger-Gruppe ihren Umsatz um 2 Prozent zulegen, in dieser Größenordnung soll das Wachstum auch im Gesamtjahr ausfallen. Die drei heimischen Werke in St. Johann, Wörgl und im niederösterreichischen Unterradlberg seien „sehr gut ausgelastet“, sagt Österreich-Finanzboss Martin Reinberger. Er erwartet heuer am Heimmarkt einen Umsatz von rund 450 Mio. Euro, gleich viel wie im Vorjahr. Hierzulande werden vor allem hochveredelte Holzprodukte hergestellt, sagt Werksleiter Matthias Danzl, „das ist krisensicher“. Die Ukraine-Krise spüre man derzeit nicht, der Exportanteil in den ukrainischen und russischen Markt sei „sehr gering“.

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