Wiener Hafen mit Containerrekord und Ausbauplänen

Wien (APA) - Das mehrwöchige Hochwasser im vergangenen Frühsommer konnte dem Geschäftsergebnis des Wiener Hafens nichts anhaben: Mit einem U...

Wien (APA) - Das mehrwöchige Hochwasser im vergangenen Frühsommer konnte dem Geschäftsergebnis des Wiener Hafens nichts anhaben: Mit einem Umsatz von 53 Mio. Euro und damit einem Plus von acht Prozent gegenüber 2012 verzeichnete man das beste Ergebnis seit vier Jahren. Das liegt vor allem am blühenden Container- und Schütt- und Schwergutumschlag, wie es am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz hieß.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg 2013 um 15 Prozent auf 8,1 Mio. Euro. „Das ist ein ganz starkes Lebenszeichen für den Hafenstandort Wien“, betonte Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding, deren Teil der Hafen Wien ist. Grund dafür sei vor allem das Containergeschäft, bei dem man im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis verzeichnete: 480.000 Containereinheiten wurden 2013 in Wien umgeschlagen. Rechnet man die weiteren Standorte Graz, Villach und Wels ein, waren es über eine halbe Million - so viele wie nie zuvor.

Auch der Schwer- und Schüttgutumschlag ist kräftig gewachsen: Vergleicht man die Zahlen mit 2012, ergibt sich ein Zuwachs von 54 Prozent. „Vor allem Schottertransporte zur Sohlstabilisierung der Donau, der Import von Braugerste und von Schwergut wie etwa Teile von Windkraftwerken haben zu diesem guten Ergebnis beigetragen“, berichtete Karin Zipperer, technische Geschäftsführerin des Hafens Wien. Insgesamt verwaltete der Hafen im vergangenen Jahr rund acht Millionen Tonnen Güter - ein Plus von 25 Prozent.

Besonders profitiert hat dabei der wasserseitige Umschlag. „Die Kunden entdecken die Wasserstraße Donau wieder“, meinte Zipperer. 1.500 Schiffe legten 2013 im Hafen Wien an - 300 mehr als noch im Jahr zuvor. Damit wird nun 20 Prozent des Warenumschlags per Schiff erledigt, 45 Prozent entfallen auf die Bahn, 35 Prozent auf Lkw. Dieses Dreigespann will man in Zukunft noch stärker als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Hafenstandorten wie etwa Inzersdorf nutzen, außerdem setze man verstärkt auf Komplementärangebote, so Zipperer. Das bedeutet, dass am Hafen Wien Waren nicht nur transportiert, sondern etwa auch Container gereinigt und vermietet, Lagerflächen angeboten oder Zollangelegenheiten geregelt werden.

Einzig die DDSG-Blue Danube-Flotte fuhr vergangenes Jahr ein Minus ein: „Mit dem Donau-Hochwasser konnten wir unsere Schiffe nicht so einsetzen wie gewohnt - unsere eine Schwachstelle“, meinte Hanke.

Damit der Hafen attraktiv bleibt, sind für das kommende Jahr einige Ausbauten und Investitionen geplant: Unter anderem soll die Landgewinnung des Hafens in die zweite Runde gehen. Mithilfe von Aufschüttungen soll das Hafenbecken verkleinert und rund 35.000 Quadratmeter Fläche dazu gewonnen werden. „So kommen wir zu Land und zwar deutlich preiswerter als wir es durch den Kauf von Grundstücken je könnten“, erklärte Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafens Wien.

Zusätzlich ist die Revitalisierung der Länden bei der Reichsbrücke und die Verlängerung der Spundwand am Alberner Hafen geplant. „Wir haben einen erhöhten Bedarf beim Schwergutumschlag festgestellt - dem wollen wir entgegenkommen“, so Lehr. Das neue Schwergutzentrum soll eine Fläche von 4.000 Quadratmetern haben und Güter bis 450 Tonnen umschlagen können. Insgesamt will der Hafen Wien 2014 16 Mio. Euro in Umbauten und Renovierungen investieren.

Dadurch will man vor allem für das Geschäft mit Ost- und Südosteuropa fit bleiben: „Der Hafen Wien wird immer stärker auch zur Drehscheibe“, betonte Zipperer. 120 Ganzzugverbindungen - also Güterzüge ohne Zwischenstopps - pro Woche verlassen Wien in Richtung Hamburg, Rotterdam oder Bremerhaven. 5.000 Menschen arbeiten inzwischen am Hafenareal, das die einzelnen Standorte Freudenau, Albern und Lobau beinhaltet.

Auch für 2014 erwartet sich die Geschäftsführung trotz des milden Winters, der zu Niederwasser und Schleusensperren geführt hat, eine Stabilisierung der guten Ergebnisse: „Die ersten Monate sehen aus, als könnten wir unser Rekordergebnis halten und im Containerbereich sogar noch ein bisschen wachsen“, meinte Lehr.