EU-Wahl: ÖVP empört über Strache-Rap mit Figl

Wien (APA) - Die ÖVP zeigt sich empört über FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der in einem YouTube-Video mit dem Titel „Patrioten zur Wahl!“...

Wien (APA) - Die ÖVP zeigt sich empört über FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der in einem YouTube-Video mit dem Titel „Patrioten zur Wahl!“, in dem er gegen die EU rappt, Leopold Figls berühmte Worte „Österreich ist frei“ sampelt. Generalsekretär Gernot Blümel wehrte sich gegen die Vereinnahmung „eines Säulenheiligen der ÖVP“ und forderte eine Entschuldigung Straches bei Figls Familie.

Strache versuche „den großen Staatsmann und ÖVP-Mitbegründer Leopold Figl für die radikale Politik seiner Rüpel-Partei zu instrumentalisieren“, so Blümel in einer Aussendung. „Dass Figl, als langjähriger Häftling des Konzentrationslagers Dachau, in die Nähe des rechten Gedankenguts der FPÖ gebracht wird, wo Vergleiche der EU mit dem Dritten Reich auf der Tagesordnung stehen, beweist, dass die Freiheitlichen weder von Demokratie, noch von österreichischer Geschichte die geringste Ahnung haben.“ Auch der Großneffe des Altbundeskanzlers, Markus Figl, übte Kritik: „Herr Strache und die FPÖ sollen ihre schäbige, politische Propaganda ohne Berufung auf Persönlichkeiten machen, deren politische Einstellungen und Ideale nichts mit den ihren zu tun haben!“

Strache missbrauche die Aussage Figls, meinte auch der auf Platz 33 der ÖVP-Liste gereihte EU-Kandidat, Philipp Michalitsch, der bereits einen Rap über Strache veröffentlicht hatte. In einem neuen, am Mittwoch auf YouTube veröffentlichten Video, in dem er unter anderem um Vorzugsstimmen wirbt („Ja, ich schnapp sogar den Karas“), rappt er auch die Zeile „Politiker, oh ihr Lügner“: „Strache ist die Spitze dieser Art von Politiker und sein Song ist das beste Beispiel“, so Michalitisch.

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl setzte indessen in einer Aussendung noch eins drauf: „Figl wäre heute wohl begeisterter Freiheitlicher und würde mit uns für Freiheit und Neutralität Österreichs und gegen den Ausverkauf an die EU-Zentralisten eintreten“, meinte Kickl. „Die ÖVP hingegen würde er nicht mehr wiedererkennen.“