Bosch-Chef drängt Regierung zu Arbeitszeitflexibilisierung

Wien/Gerlingen (APA) - Der Österreich-Chef des deutschen Technologiekonzerns Bosch, Klaus Huttelmaier, fordert Regierung und Sozialpartner a...

Wien/Gerlingen (APA) - Der Österreich-Chef des deutschen Technologiekonzerns Bosch, Klaus Huttelmaier, fordert Regierung und Sozialpartner auf, bei der Arbeitszeitflexibilisierung Tempo zu machen. Die geplante Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auf 12 Stunden (bei Gleitzeitvereinbarung oder Dienstreisen) sei „noch nicht auf Schiene“, sagte der Manager am Mittwoch beim Jahrespressegespräch von Bosch in Wien.

Um im Wettbewerb mit anderen Ländern bestehen zu können, müssten Reformen her, so Huttelmaier. Erst gestern hat sich die neue Vorstandsvorsitzende des Halbleiter-Produzenten Infineon Austria, Sabine Herlitschka, ebenfalls für Reformen ausgesprochen. „Wir werden hier in Österreich nie die Billigsten sein, aber hoffentlich die Flexibelsten“, schöpft Huttelmaier Hoffnung.

Der Druck sei hoch, der Arbeitsmarkt fragil. Österreich habe sich im internationalen Standort-Ranking verschlechtert. „Diese Entwicklung muss gestoppt werden“, meinte der Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich. Eine Drohung wie andere Wirtschaftsbosse, die aufgrund der Standortpolitik eine Abwanderung ins Ausland erwägen, sprach Huttelmaier nicht aus. Bosch bekenne sich zum Standort Wien, erst im Vorjahr bezog die Gruppe eine neue Zentrale im 3. Bezirk und bündelte Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung.

Trotz erheblicher Schwierigkeiten am Standort in Hallein soll das Werk des Technologieriesen bestehen bleiben, sagte Huttelmaier heute auf Nachfrage. Die schwächelnde Konjunktur im Großdiesel-Geschäft macht Bosch zu schaffen, weshalb die rund 950 Beschäftigten in Hallein bis Ende 2016 auf 4 Prozent ihres Gehalts verzichten müssen. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2013 hat Bosch 90 Stammmitarbeiter und rund 100 Leiharbeiter abgebaut. Bosch stellt in Hallein für Schiffe, Lokomotiven, Baumaschinen und Generatoren Dieseleinspritzpumpen und Abgasfiltersysteme her.

Details zum Sparprogramm verriet Huttelmaier nicht. „Wir kommen gut voran und sind in der Umsetzung dessen, was wir kommuniziert haben“, meinte der Manager. Es liefen gerade Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Beim Arbeitsmarktservice (S) seien die Mitarbeiter jedenfalls nicht zur Kündigung vorangemeldet worden.

2013 hat die Bosch-Gruppe in Österreich 849 Mio. Euro umgesetzt, um 2,5 Prozent mehr als 2012. Für 2014 erwartet Huttelmaier ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich im vergangenen Jahr von 2.650 auf 2.600. Rund 700 davon sind in der Forschung und Entwicklung (F&E) tätig. Für die Standorte in Wien, Linz und Hallein würden weitere 50 Beschäftigte im F&E-Bereich gesucht.

Die Bosch-Gruppe in Österreich umfasst sieben Gesellschaften. Die größte davon ist die Robert Bosch AG, die im vergangenen Jahr bei einem Betriebsergebnis (EBIT) von 19 Mio. Euro 564 Mio. Euro umsetzte. Bosch ist in den Bereichen Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik tätig.

~ WEB http://www.bosch.de ~ APA300 2014-05-21/13:29