Wiener Haus der Barmherzigkeit testet lernfähigen Hilfsroboter

Wien (APA) - Fehlende Feuerlöscher, unregelmäßig geöffnete Türen oder gestürzte Pflegepatienten: Zukünftig soll der Hilfsroboter „Henry“ die...

Wien (APA) - Fehlende Feuerlöscher, unregelmäßig geöffnete Türen oder gestürzte Pflegepatienten: Zukünftig soll der Hilfsroboter „Henry“ diese potenziellen Gefahrenquellen erkennen und melden. Ein internationales Team aus acht Partnern - darunter etwa die Technische Universität Wien - entwickelt derzeit die passende Software, seine ersten Proberunden dreht Henry im Wiener Haus der Barmherzigkeit.

Der Roboter ist ein Produkt des von der EU geförderten Forschungsprojekts Strands (Spatio-Temporal Representations and Activities for Cognitive Control in Long-term Scenarios). Ziel ist es, Henry eine umfassende räumlich-zeitliche Wahrnehmung und ein eigenständiges Verständnis dieser Realität zu ermöglichen, wurde am Mittwoch bei der Präsentation des Projektes erklärt.

Dazu sucht der Hilfsroboter mithilfe von dreidimensionalen Kameras und Laser laufend seine Umgebung nach Veränderungen ab und versucht Regelmäßigkeiten daraus abzuleiten. So kann er etwa Hindernisse durch Reinigungsarbeiten erkennen und ihnen ausweichen, einordnen, wann Türen geschlossen oder offen sein sollen, oder - wenn genug Erfahrungswerte zur Verfügung stehen - sogar gestürzte oder verirrte Personen auffinden.

Diese Erfahrungen sammelt Henry im Haus der Barmherzigkeit in der Wiener Seeböckgasse. Zwei Wochen lang wird er dort autonom unterwegs sein und immer wieder dieselben Stationen ansteuern und Veränderungen beobachten. Das Zusammentreffen mit Bewohnern ist dabei durchaus geplant und gewollt: Erkennt der Roboter, dass er längere Zeit angeschaut wird, fährt er auf die Person zu und stellt sich mittels Sprachausgabe vor.

Offen ist derzeit allerdings noch, welche Aufgaben Roboter in der Pflegearbeit künftig übernehmen können. „Die Palette der Möglichkeiten reichen dabei von Sicherheitsaufgaben bis hin zu kleinen Transportdiensten. Konkrete Szenarien werden wir aber erst im Laufe des Projekts in Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal identifizieren,“ erklärte Christoph Gisinger, Institutsdirektor im Haus der Barmherzigkeit.