Landespolitik

Ein Drittel der Kinder wird betreut

VP-Landesrätin Palfrader freut sich über einen Rekord an neuen Betreuungsplätzen. SPÖ sieht Gemeinden stark gefordert.

Innsbruck –Weil am Sonntag die EU-Wahlen anstehen, lohnt sich auch beim Thema Kinderbetreuung ein Blick nach Brüssel. Die EU hat sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf das Sternenbanner geheftet. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen muss demnach mindestens 33 Prozent betragen, für die Drei- bis Sechsjährigen 90 Prozent. Diese Barcelona-Ziele müssen die Staaten umsetzen. Dementsprechend fließt Geld – vom Bund und auch vom Land.

Die Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung seien gesichert, ließ Landesrätin Beate Palfrader wissen. Die ÖVP-Politikerin kann sich auch etwas auf ihre Fahnen heften: In den letzten fünf Jahren sind in Tirol 2930 zusätzliche Plätze in 86 neuen Betreuungseinrichtungen entstanden. Gegenüber dem Vorjahr sei ein neuer Rekord aufgestellt worden. 1483 Plätze seien dazugekommen, der Anteil der erwerbstätigen Mütter sei gestiegen. Ein Fünftel der unter Dreijährigen wird betreut und es sollen laut EU noch mehr werden.

Derzeit werden laut Palfrader 30 Prozent der 105.400 Kinder und Jugendlichen in Tirol betreut. Zwei Drittel der Eintrichtungen würden Mittagstisch anbieten. Kritik wird immer wieder an den Öffnungszeiten der Kindergärten laut. Nur 23 Prozent schließen nach 16.30 Uhr, bei den Kinderkrippen sind es 16 Prozent und bei den Horten 48 Prozent. Dort ist mit 82 Prozent auch der höchste Anteil von erwerbstätigen Müttern zu finden. „Gute Kinderbetreuung ist für Familien wohnortentscheidend“, versucht Palfrader, die Gemeinden zu begeistern. Letztere müssen die Betreuung mitfinanzieren.

Ebendort hakt die Lienzer Bürgermeisterin und SP-Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik ein. „Eine hochqualitative Kinderbetreuung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und darf daher nicht den Gemeinden alleine übertragen werden.“ Die finanziellen Mittel müssten von Seiten des Bundes und der Länder langfristig gesichert werden. In Sachen Kinderbetreuung sei in den letzten Jahren viel erreicht worden, meint Blanik. Sie führt das „auf die Hartnäckigkeit der SPÖ Tirol“ zurück. Nachbesserungen seien dringend nötig. „Die Qualität ist entscheidend.“ (aheu)

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