Experten sehen neue Dimension der Gefahr durch Coronavirus MERS

Ulm/Wien (APA/AFP) - Experten haben vor einer steigenden Infektionsgefahr durch das Coronavirus MERS gewarnt. Das Risiko habe eine neue Dime...

Ulm/Wien (APA/AFP) - Experten haben vor einer steigenden Infektionsgefahr durch das Coronavirus MERS gewarnt. Das Risiko habe eine neue Dimension erreicht, teilte die Gesellschaft für Virologie (GfV) am Mittwoch in Ulm mit. „Auch neue Erkenntnisse über die wahrscheinliche Infektionsquelle sind beunruhigend“, warnte der GfV-Vizepräsident, der Wiener Virologe Franz X. Heinz.

Das Coronavirus MERS (Middle East Respiratory Syndrome) wurde erstmals im September 2012 bei Patienten mit einer schweren Atemwegsinfektion identifiziert und hat Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus. Es kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Anders als SARS führt der neue Erreger zudem zu Nierenversagen.

Ihre gestiegene Sorge über die Infektionsquelle begründete die GfV mit neuen Untersuchungen, die im Juni im Fachjournal „Emerging Infectious Diseases“ veröffentlicht werden sollten. Demnach dienen nicht nur - wie bisher vermutet - Dromedare auf der Arabischen Halbinsel den Viren als Reservoir. Sie seien jetzt auch in Dromedaren aus dem Sudan und Äthiopien entdeckt worden.

Während in Saudi Arabien 260.000 Dromedare leben, gebe es in Äthiopien fast eine Million und im Sudan sogar 4,8 Millionen Dromedare. Daher könnte das natürliche Reservoir für dieses Virus wesentlich größer sein als bisher angenommen, berichtete die GfV.

Außerdem verwies Heinz darauf, dass sich die Zahl der seit dem ersten Auftreten von MERS im September 2012 erkrankten Menschen im vergangenen Monat auf 536 Menschen mehr als verdoppelt habe. Dreißig Prozent der Betroffenen verstarben demnach.