Analysten - Ukraine-Krise belastet Erstquartalsergebnisse der RBI

Wien (APA) - Die am Donnerstag zur Veröffentlichung erwarteten Erstquartalszahlen der Raiffeisen Bank International (RBI) stehen nach Ansich...

Wien (APA) - Die am Donnerstag zur Veröffentlichung erwarteten Erstquartalszahlen der Raiffeisen Bank International (RBI) stehen nach Ansicht von Bankanalysten wieder ganz im Zeichen der Ukraine-Krise. Bereits bei den Gesamtjahreszahlen rückten die Erwartungen für die Entwicklung in dieser Region deutlich in den Vordergrund.

Die Analysten der Erste Group, Kepler Cheuvreux, JPMorgan, UBS und der Citigroup sind sich einig, dass auch morgen das weitere Vorgehen der RBI in der Ukraine und in Russland und die damit zusammenhängenden Effekte in europäischen Stresstests im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Zudem könnten für die Kepler-Experten die angestrebten Kosteneinsparungen sowie die Integration der Polbank wichtige Themen sein.

Bei den Zahlen für das erste Quartal könnten indessen bereits die ersten Auswirkungen der Krim-Krise spürbar werden. Den Schätzungen der Analysten zufolge dürften zwar die Nettozinserträge sowie der Provisionsüberschuss um jeweils sieben Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode ansteigen. Allerdings rechnen die Wertpapierspezialisten mit deutlich angestiegenen Risikovorsorgen: Im Schnitt wird eine massive Steigerung um 54 Prozent auf etwa 337,7 Mio. Euro prognostiziert. Deutliche Rückgänge sind beim Konzern-Nettogewinn zu erwarten, dieser dürfte um durchschnittlich 30 Prozent auf 110,1 Mio. Euro fallen, nach 156,7 Mio. Euro im ersten Quartal des Vorjahres 2013.

Nach Ansicht des Kepler Cheuvreux-Experten Thomas Neuhold sind die Ergebnisse der RBI schwer vorherzusagen, da die Ukraine-Krise und die Schwäche des russischen Rubel die Zahlen in vielerlei Hinsicht beeinflussen könnten. Zudem könnten einige Effekte auch erst in den kommenden Quartalen in der Bilanz sichtbar werden. Insgesamt erwartet Neuhold jedoch eher schwache Quartalszahlen.

Ein besseres Liquiditätsmanagement sowie Repricing-Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr 2013 dürften zwar zu einer leichten Erhöhung der Nettozinserträge geführt haben. Aufgrund höherer Risikovorsorgen in der Ukraine und in Russland rechnet der Kepler-Analyst jedoch mit einem Anstieg der Risikovorsorgen um 27 Prozent. Allerdings gehen die Experten der übrigen befragten Analystenhäuser von deutlich stärkeren Steigerungen von bis zu 77 Prozent (auf 390 Mio. Euro - Prognose der Erste Group) aus.

Aufgrund von Währungsabwertungen in der Ukraine und in Russland rechnen die Analysten von Kepler Cheuvreux zudem damit, dass die RBI beim Handelsergebnis rote Zahlen schreibt: die Schätzung der Kepler-Analysten beläuft sich auf minus 15 Mio. Euro nach plus 80 Mio. Euro im ersten Quartal des Vorjahres. Ihre Einschätzung deckt sich mit den Erwartungen der Erste Group-Experten, die ebenfalls ein negatives Handelsergebnis von minus 10 Mio. Euro prognostizieren, während sich die Prognose bei JPMorgan auf plus 24 Mio. Euro beläuft.

RBI - Analystenprognosen für das erste Quartal 2014 (in Mio. Euro):

~ RBI Erste Kepler JPMorgan UBS Durchschn Vorjahr Veränderu

itt ng Nettozin 949,70 910,00 903,00 926,00 922,18 864,70 7% serträge Risikovo -390,00 -280,00 -343,00 n.v. -337,67 -219,70 54% rsorgen Provisio 405,00 401,00 401,00 n.v. 402,33 374,60 7% nsübersc huss Handelse -10,00 -15,00 24,00 n.v. -0,33 80,30 n.v. rgebnis Konzern- 95,20 121,00 114,00 n.v. 110,07 156,70 -30% Nettogew inn* ~ * nach Minderheiten

~ ISIN AT0000606306 WEB http://www.rbinternational.com/ ~ APA405 2014-05-21/15:06