Festival

Klangspuren Schwaz: Im Schein des Nordlichts der Zither lauschen

Ein akustischer Dialog: Bei der 21. Ausgabe der Klangspuren Schwaz trifft die Tonvielfalt des Nordens auf zeitgenössische Musik aus dem Alpenraum.

Schwaz – Stillstand ist für die Klangspuren Schwaz ein Fremdwort – das Tiroler Festival für Neue Musik, das von 11. bis 27. September zum 21. Mal über die Bühne geht, will in Bewegung bleiben. Und bewegen – mit einem ambitionierten Programm, das auf einen grenz- und genreübergreifenden Dialog baut und heuer unter dem Motto „Nordlicht“ steht. Die spannenden Klangwelten aus Norwegen, Dänemark und Island stehen dabei genauso im Fokus wie zeitgenössische Kompositionen von Künstlern aus dem Alpenraum. Freuen darf man sich unter anderem auf das Cikada Ensemble aus Oslo, das Ajo Ensemble aus Bodo und das Esbjerg Ensemble. Aus Tirol sind etwa The Next Step und das Kammerorchester InnStrumenti.

Dass sich vermeintliche Gegensätze anziehen, spiegelt sich auch in der Auswahl der Composers in Residence wider: Hier das Temperament des gebürtigen Osttirolers Wolfgang Mitterer, dort die Melancholie des Dänen Hans Abrahamsen. Beide Komponisten sind nicht nur aktiv ins Konzertprogramm eingebunden, sondern arbeiten bei der 11. Klangspuren Ensemble Modern Akademie auch mit Stipendiaten aus aller Welt zusammen. Die Ergebnisse werden bei zwei Abschlusskonzerten (13. und 14. September) präsentiert, wie Matthias Osterwold – seit 2013 künstlerischer Leiter der Klangspuren – am Mittwoch bei einem Pressegespräch erklärte. Ihm zur Seite stand dabei erstmals auch Angelika Schopper, die geschäftsführende Obfrau des Festivals, die im Jänner die Nachfolge von Marie-Luise Mayr angetreten hat. Und froh über den „guten Stand der Klangspuren“ ist, die vom Land (360.000 Euro), Bund (110.000 Euro), der Stadt Schwaz (90.000 Euro) und Stadt Innsbruck (20.000 Euro) gefördert werden. „Wir wollen das Maximum an künstlerischen Inhalt bieten“, erklärte Osterwold, der programmatisch keine Risiken scheuen will. Bestes Beispiel dafür ist wohl das performative Projekt von US-Künstler Zefrey Throwell, bei dem knapp 7000 Chorsänger kilometerlange Gesangsketten bilden sollen (siehe Artikel rechts).

Von Arzl im Pitztal bis nach Perjen führt indes die zur Tradition gewordene Pilgerwanderung (21. September), die mit Uraufführungen von Toshio Hosokawa und Karl-Heinz Essl aufwartet. Beim Abschlusskonzert in der Pfarrkirche Landeck-Perjen tritt auch Martin Mallaun in Aktion – mit Zither im Gepäck und dem Vorsatz, am angestaubten Image des Volksmusikinstruments zu zupfen. Gelegenheit dazu gibt ihm auch Komponist Hannes Kerschbaumer, der für Mallauns Trio Greifer der komplexen Klangvielfalt der Zither auf den Grund gehen will. Zu hören ist das Ergebnis am 24. September. Kerschbaumer will aber auch mit der Uraufführung seines Musiktheater „luce nera“ (27. September) aufhorchen lassen: Ausgangspunkt dafür sind Aussagen von Folteropfern des Pinochet-Regimes, die musikalisch, tänzerisch und mimisch verarbeitet werden.

Insgesamt werden die Klangspuren mit 16 Uraufführungen aufwarten. Der Kartenvorverkauf startet am 22. Mai. Mehr zum Programm unter www.klangspuren.at (fach)

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Angela Dähling

Angela Dähling

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