23 Kontrolleure in Graz vor Gericht: Vorstandsmitglieder als Zeugen

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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA260 vom 21.05.2014 muss es im Untertitel und im ersten Absatz Satz richtig heißen: Vorstandsvorsitzender Malik (nicht: Aufsichtsratsvorsitzender Malik) --------------------------------------------------------------------- ~ Graz (APA) - Der Prozess gegen 23 ehemalige Kontrolleure der Grazer Linien ist am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Diesmal waren zwei Mitglieder des Vorstandes der Holding Graz, Wolfgang Malik und Barbara Muhr, als Zeugen geladen. Vorstandsvorsitzender Malik konnte nicht viel Erhellendes beisteuern. Er erklärte, er habe über Details bezüglich der Kontrollen nichts gewusst.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, dass sie von Anfang 2009 bis September 2011 Verwandte und Bekannte gratis mit den Grazer Linien fahren haben lassen. Zu diesem Zweck wurde einfach die Dienstnummer auf einen Fahrschein geschrieben, damit der Kontrolleur wusste, was Sache ist. Der dabei entstandene Schaden wurde mit 110.000 Euro beziffert.

Als Zeugin war unter anderem Barbara Muhr, Vorstandsdirektorin der Holding Graz und zuständig für die Grazer Linien, geladen. Als die Malversationen aufgeflogen waren, habe man „sofort die Innenrevision eingeschaltet und eine Task-Force eingerichtet“, schilderte Muhr. Man wollte „den Schaden so schnell wie möglich in Griff bekommen.“ Bei Gesprächen mit der Sicherheitsfirma, die die Kontrolleure gestellt hatte, war vereinbart worden, dass „sukzessive alle Mitarbeiter ausgetauscht werden“. Denn, so Muhr, „letztlich waren alle Teil des Systems“. Der Austausch soll allerdings, so einer der Anwälte, bis heute nicht vollständig durchgeführt worden sein.

Ein weiterer Verteidiger wollte wissen, was den Kontrolleuren genau vorgeworfen wird. „Dass die Fahrscheine nicht kontrolliert wurden und Verwandte und Bekannte gratis fahren konnten“, so Muhr. „Stimmt es, dass Angehörige von Mitarbeitern der Grazer Linien sowieso gratis fahren dürfen?“, hakte der Anwalt nach. „Für gewisse Gruppen gibt es diese Regelung“, antwortete Muhr, was die Schadenssumme in einem anderen Licht erscheinen lässt. „Werden jetzt die Kontrolleure kontrolliert?“, fragte der nächste Anwalt. „Ich verstehe die Frage nicht“, gab sich Muhr zurückhaltend. „Gibt‘s Kontrollen“, setzte der Verteidiger nach. „Das kann ich nicht sagen“, so die Zeugin.

Als nächster Zeuge kam der Vorstandsvorsitzende der Holding Graz, Wolfgang Malik. Er gab an, nicht an den Gesprächen mit der Sicherheitsfirma beteiligt gewesen zu sein: „Über Details habe ich mich nicht informieren lassen“, erklärte er. Ihn habe lediglich das Ergebnis der Gespräche und die Schadenssumme interessiert. „Für uns war wichtig, dass die Kontrolle in irgendeiner Form weitergeführt wird“, so Malik.

Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil könnte nächste Woche am 28. Mai erfolgen.