CO2-Grenzwerte - EU nimmt sich nach Autos nun Lkw und Busse vor

Brüssel (APA/AFP/Reuters) - Nach heftigem Ringen hat sich die EU vor wenigen Monaten auf neue CO2-Grenzwerte für Autos geeinigt - jetzt sind...

Brüssel (APA/AFP/Reuters) - Nach heftigem Ringen hat sich die EU vor wenigen Monaten auf neue CO2-Grenzwerte für Autos geeinigt - jetzt sind Lastwagen und Busse dran: Für die schweren Nutzfahrzeuge gibt es derzeit überhaupt noch keine Grenzwerte, was die EU-Kommission mit einem Vorstoß vom Mittwoch ändern möchte. Sie beschloss eine Strategie zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen, konkrete Vorschläge stehen noch aus.

Vielmehr gehe es zunächst um eine „Zertifizierung, Mitteilung und Überwachung“ der Emissionen, sprich: Es muss vereinbart werden, wie der Ausstoß der klimaschädlichen Gase festgestellt wird. Die EU-Kommission hat dafür das computergestützte Simulationsprogramm VECTO entwickelt. Mit dessen Hilfe will sie nächstes Jahr Gesetzespläne vorerst für die Messung vorstellen.

Danach erst könnten Vorschläge zur wirklichen Verringerung des Ausstoßes folgen. Am naheliegendsten wäre hier laut Kommission ein System mit Grenzwerten, wie bei den Autos. Denkbar seien aber auch Alternativen wie gesonderte Gebühren für die Straßennutzung oder Steuern.

Schwere Nutzfahrzeuge sind für rund ein Viertel der Emissionen aus dem Straßenverkehr in der EU verantwortlich, wie die Behörde anführte. Die neue Strategie solle nicht nur der Umwelt und dem Klima dienen, die durch das Kohlendioxid Schaden nehmen. Sie werde vielmehr auch zu „Einsparungen für die Fahrzeughalter führen und die Abhängigkeit der EU von Öleinfuhren verringern“, hieß es in der Erklärung.

Warum es trotzdem so lange gedauert hat, bis der Ausstoß der Lkw und Busse ins Visier genommen wird, begründete die Behörde mit der technischen Komplexität der Materie.

Der Branchenverband ACEA begrüßte in Brüssel, dass die Käufer mithilfe des Simulationsprogrammes künftig mehr Klarheit darüber erlangen könnten, wie viel ein Modell verbraucht und an Schadstoffen ausstößt. Der Verband Transport&Environment kritisierte, die EU gehe zu langsam vor und hinke den USA hinterher. Dort seien bereits Standards für den Kraftstoffverbrauch von Lastwagen eingeführt worden.