IAEA will Klarheit über mögliche Atomwaffen-Forschung des Iran

Wien (APA) - Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und der Iran haben am Mittwoch fünf weitere Maßnahmen zur Kontrolle des iranischen A...

Wien (APA) - Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und der Iran haben am Mittwoch fünf weitere Maßnahmen zur Kontrolle des iranischen Atomprogramms vereinbart. Sie sollen Klarheit über eine mögliche militärische Dimension (PMD) der atomaren Aktivitäten der Islamischen Republik bringen.

Die IAEA will von Teheran insbesondere wissen, wozu angebliche Experimente mit großen Mengen hochexplosiver Materialien und Forschungen an einem Modell eines Atomsprengkopfes dienten. Zudem sollen offene Fragen bezüglich des Schwerwasserreaktors in Arak geklärt werden, der Plutonium für Atomwaffen produzieren könnte.

Am Mittwoch gaben der Iran und die IAEA in einer gemeinsamen Erklärung bekannt, dass man sich auf „praktische Maßnahmen“ geeinigt habe, die bis 25. August 2014 umgesetzt werden sollen. Vereinbart wurden demnach:

1. Ein Informationsaustausch über Berichte bezüglich der Zündung hoch explosiver Materialien einschließlich der Durchführung von Experimenten mit Hochexplosiv-Stoffen in großem Maßstab.

2. Der Iran soll Informationen und Erklärungen bezüglich Studien liefern, die sich auf den Neutronen-Transport und Modellrechnungen zu dessen möglicher Anwendung bei komprimierten Materialen beziehen. (Neutronen sind beim Auslösen einer atomaren Kettenreaktion in zu einer „kritischen Masse“ zusammengepresstem Uran nötig).

3. Teheran wird Informationen über Forschungszentren für Uran-Anreicherungszentrifugen liefern und technische Besuche dort ermöglichen.

4. Ebenso wird der Iran Zutritt zu Produktionsstätten von Anreicherungszentrifugen ermöglichen und Informationen dazu liefern.

5. Außerdem soll die Frage der Überwachung des Schwerwasserreaktors IR-40 in Arak geklärt werden.

Hinweise auf eine mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms waren insbesondere in einem 2011 veröffentlichten IAEA-Bericht enthalten, der sich auf Geheimdienstinformationen stützte. Der Iran wies diese Informationen als unzutreffend zurück und betonte, niemals an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet zu haben.

Die IAEA gab sich jedoch nicht mit dieser Antwort zufrieden, zumal noch weitere Fragen auftauchten. So gab es Berichte, wonach der Iran an Spezialzündern (Exploding-bridgewire detonators/EBW) geforscht habe, deren mögliche „Anwendung in atomaren Sprengkörpern“ für die Atombehörde Anlass zur Besorgnis gab. Teheran versicherte jedoch, die Zünder nur für zivile und konventionelle militärische Zwecke zu verwenden.

Die Art und Weise, wie Teheran auf die Fragen der IAEA antwortet, gilt für den Westen als „Lackmus-Test“ für die Bereitschaft des Iran, ernsthafte Untersuchungen zur möglichen militärischen Dimension des Atomprogramms zuzulassen. US-Regierungsvertreter betonten nach Medienberichten, es sei ganz entscheidend für den Iran, die Bedenken der IAEA auszuräumen. Nur so könnten die diplomatischen Bemühungen Washingtons und der fünf anderen Mächte (Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) zur Beilegung des Atomstreits Erfolg haben.

~ WEB http://www.iaea.org/ ~ APA006 2014-05-22/02:46