Vietnam prüft Klage gegen China im Streit um Hoheitsgewässer

Hanoi (APA/Reuters) - Vietnam erwägt rechtliche Schritte gegen China im Streit um Hoheitsrechte im Südchinesischen Meer. Sein Land prüfe meh...

Hanoi (APA/Reuters) - Vietnam erwägt rechtliche Schritte gegen China im Streit um Hoheitsrechte im Südchinesischen Meer. Sein Land prüfe mehrere „Optionen der Verteidigung“, erklärte Ministerpräsident Nguyen Tan Dung am Donnerstag in einer schriftlichen Antwort auf Fragen der Nachrichtenagentur Reuters. Dazu gehöre auch eine Klage im Rahmen internationalen Rechtes.

Welche anderen Möglichkeiten er sieht, ließ der Regierungschef offen. China bohrt nach Öl in einem Gebiet im Südchinesischen Meer, das auch Vietnam für sich beansprucht.

„Ich möchte betonten, dass Vietnam seine Souveränität und seine legitimen Interessen entschieden verteidigen wird“, erklärte Dung. Die territoriale Souveränität sei unantastbar, das gelte auch für Inseln und Hoheitsgewässer.

Es war das erste Mal, dass Dung öffentlich rechtliche Schritte gegen China in Erwägung zog. Dies dürfte China erheblich verärgern. Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern sind durch die Ölbohrungen belastet wie lange nicht mehr seit Ende des kurzen Grenzkrieges 1979.

Vor kurzem entlud sich der Zorn Tausender Vietnamesen in mehreren Industriezonen des Landes. Sie stürmten ausländische Firmen und steckten Gebäude in Brand. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben.

Ende März hatten bereits die Philippinen den Streit mit China um Hoheitsgewässer im Südchinesischen Meer vor das Schiedsgericht in Den Haag gebracht. China hat sich allerdings geweigert, an der Verhandlung teilzunehmen, und die Regierung in Manila gewarnt, die Beziehungen beider Staaten zueinander könnten schwer belastet werden.