Chef von Polizeigewerkschaft besorgt vor Erdogan-Besuch

Berlin (APA/AFP) - Kurz vor dem geplanten Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Recep Erdogan in Köln hat sich der Chef der Deuts...

Berlin (APA/AFP) - Kurz vor dem geplanten Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Recep Erdogan in Köln hat sich der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft besorgt gezeigt.

Nach der „instinktlosen und gefühlskalten Ansprache“ Erdogans nach dem Grubenunglück von Soma richteten sich gegen den türkischen Regierungschef „Trauer und Wut vieler Bürgerinnen und Bürger“, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). Leider sei nicht zu erwarten, dass Erdogan in Köln gemäßigter auftrete, „vielmehr muss man damit rechnen, dass er eher noch Öl ins Feuer gießt“. Erdogans Besuch werde die Polizei „vor gewaltige Herausforderungen“ stellen, sagte Wendt.

Erdogan, dem Ambitionen auf das türkische Präsidentenamt nachgesagt werden, will am Samstag in der Kölner Lanxess-Arena zu tausenden in Deutschland lebenden Anhängern sprechen. Bei der türkischen Präsidentschaftswahl am 10. August können erstmals auch im Ausland lebende Türken ihre Stimme abgeben. In der Türkei waren nach dem verheerenden Bergwerksunglück in Soma mit mehr als 300 Toten die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Diese hatten Erdogans Regierung eine Mitverantwortung an dem Unglück vorgeworfen.

Gegen den Auftritt von des türkischen Regierungschefs wollen am Samstag mehrere tausend Menschen in Köln demonstrieren. Die Alevitische Gemeinde in Deutschland rief zu einer Großkundgebung auf, zu der bis zu 13.000 Teilnehmer erwartet werden.