USA

Oberstes Gericht stoppt vorerst Hinrichtung in Missouri

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Hinrichtungen mit der Giftspritze in den USA werden zum Problem. Jetzt sagt sogar der Oberste Gerichtshof Nein. Der Hintergrund ist makaber: Den USA gehen Gifte aus, die möglichst schnell und schmerzfrei töten.

Washington – Das oberste US-Gericht hat die erste geplante Hinrichtung in den USA nach der qualvollen Exekution eines Häftlings vor einigen Wochen gestoppt. Der Supreme Court entschied am Mittwochabend (Ortszeit) nach Angaben des TV-Senders NBC, dass der Mörder Russell Bucklew vorerst nicht exekutiert werden darf. Er bestätigte damit die Entscheidung eines Einzelrichters vom Vortag, die nur eine Stunde vor der geplanten Exekution ergangen war. Zunächst müsse eine niedrigere Gerichtsinstanz den Fall prüfen, begründete der Supreme Court sein Votum.

Der 46-Jährige sollte im Bundesstaat Missouri mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Er hatte aber gesundheitliche Probleme geltend gemacht, die eine Exekution mit einem Giftcocktail quälend und schmerzhaft machen könnte.

Er bezog sich dabei auch auf eine Exekution Ende April in Oklahoma-City, bei der das Gift nicht richtig wirkte und der Mann erst nach gut 40 Minuten und starken Schmerzen einem Herzinfarkt erlag. Der Fall hatte landesweites Aufsehen erregt und Millionen Amerikaner empört. Präsident Barack Obama kündigte darauf eine Prüfung der Hinrichtungsmethoden an.

Nach Angaben seiner Anwälte muss Bucklew wegen einer angeborenen Blutgefäßkrankheit bei einer Exekution durch Gift eine Hirnblutung und extrem starke Schmerzen befürchten. Eine „grausame und ungewöhnliche Bestrafung“ verbiete aber die Verfassung.

Hintergrund der Probleme sind Nachschubprobleme der USA bei den zur Tötung eingesetzten Substanzen. Europäischen Hersteller der Chemikalien weigern sich, sie für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Eine Reihe von US-Staaten greift jetzt auf neue Mischungen aus obskuren Quellen zurück. Viele Behörden halten geheim, wie sie ihre Mittel beschaffen und wer sie herstellt. (dpa)

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