EU-Wahl - Slowakei droht neuer Negativrekord bei Wahlbeteiligung

Bratislava (APA/TASR) - Der Slowakei droht bei der EU-Wahl ein neuer europaweiter Negativrekord bei der Wahlbeteiligung. Nur 15 Prozent der ...

Bratislava (APA/TASR) - Der Slowakei droht bei der EU-Wahl ein neuer europaweiter Negativrekord bei der Wahlbeteiligung. Nur 15 Prozent der Slowaken sind laut einer aktuellen Umfrage der Meinungsforschungsagentur Focus fest entschlossen, zur Wahlurne zu gehen. Schließlich dürften 16 bis 21 Prozent abstimmen, schätzt das Institut. Bereits bei der EU-Wahl 2009 war die Slowakei Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung.

In der aktuellen Umfrage, die Mitte Mai durchgeführt wurde, gaben nur 15 Prozent an, sie wollten „sicher wählen gehen“. 22 Prozent schlossen völlig aus, zu den Wahlurnen zu gehen, während weitere 13 Prozent erklärten, es sei „unwahrscheinlich“, dass sie zur Wahl gehen werden. Bei der letzten EU-Wahl vor fünf Jahren waren nur 19,64 Prozent der Slowaken zur Wahl gegangen, was europaweit den niedrigsten Wert überhaupt darstellte. EU-weit gingen 2009 43 Prozent aller Wahlberechtigten zur Wahl, Österreich lag mit knapp 45,97 Prozent knapp über dem Durchschnitt. Negativrekordhalter war die Slowakei aber bereits zuvor: 2004 gingen nur knapp 17 Prozent zur ersten EU-Wahl, der historische Tiefststand aller EU-Staaten.

Schwierig ist angesichts der voraussichtlich extrem niedrigen Wahlbeteiligung auch eine Vorhersage des Wahlausgangs. Eindeutiger Favorit ist weiterhin die regierende sozialdemokratische Partei Smer von Premier Robert Fico. Laut der Focus-Umfrage kann sie auf 37 Prozent der Stimmen hoffen. Die zersplitterten konservativen Oppositionsparteien liegen abgeschlagen unter der Zehn-Prozentmarke. Die rechtspopulistische Slowakische Nationalpartei (SNS) dürfte demnach knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.