Schwimmen: OSV legte im Gerichtsstreit mit Austria Wien Berufung ein

Wien (APA) - Österreichs Schwimmverband (OSV) hat gegen die erstinstanzliche gerichtliche „Niederlage“ gegen SC Austria Wien Berufung eingel...

Wien (APA) - Österreichs Schwimmverband (OSV) hat gegen die erstinstanzliche gerichtliche „Niederlage“ gegen SC Austria Wien Berufung eingelegt. Der Verein war am 25. Jänner 2013 vom OSV ausgeschlossen worden, hatte aber mit seiner Klage dagegen Mitte April vom Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien Recht erhalten. Mit dem Entscheid des Oberlandesgerichts Wien ist wohl nicht vor dem Spätsommer zu rechnen.

OSV-Präsident Stefan Miklauz und OSV-Rechtsreferent Arno Pajek waren Anfang Mai mit Austria-Wien-Anwalt Thomas Krankl zu einer Besprechung zusammengekommen, allerdings ergebnislos. „Der OSV war nicht bereit, in irgendeiner Art und Weise auf die Forderungen meiner Mandantschaft einzugehen“, sagte Krankl zur APA - Austria Presse Agentur. Die primäre Forderung des Clubs betraf den Rücktritt zweier OSV-Vorstandsmitglieder.

Einerseits sollte demnach Schriftführer Herbert Schurm, zum anderen Schwimm-Fachwart Manfred Otte den Hut nehmen. Beide waren vor rund 16 Monaten an der Ausschluss-Entscheidung beteiligt. „Die beiden wurden beim Verbandstag demokratisch neu gewählt und machen einen guten Job“, meinte Miklauz zur APA zur Ablehnung der Forderung. Daher sah er nur eine Konsequenz: „Natürlich sind wir dann in Berufung gegangen.“

Ebenso war es für den Wiener kein Thema, finanzielle Entschädigung für den laut Krankl durch den Ausschluss entstandenen Schaden zu leisten. Miklauz nannte geforderte 150.000 Euro, laut Krankl war die Bereitschaft zur Zahlung einer geringfügigeren Summe auch nicht gegeben. „Es wurde zwar formal eine Vergleichsbereitschaft bekundet, inhaltlich war man beim OSV dazu aber sowieso nicht bereit“, betonte der Jurist.

Miklauz habe Krankl bzw. Austria Wien hingegen einen Neustart bei Null angeboten. „Wir hätten den Verein sofort wieder eingegliedert, damit er seine Arbeit machen kann.“ Für die Austria-Wien-Führung um Zeljko Jukic war das laut Krankl kein Thema: „Der Verein wurde durch den rechtswidrigen Vereinsausschluss sportlich und finanziell quasi vernichtet und sollte sich lediglich mit einem ‚Shake-Hands‘ wieder in den OSV einfügen.“

Krankl kündigte auch an, dass Austria Wien resultierend daraus nun entsprechende Schadenersatzforderungen an den Verband stellen werde. In einem ersten Schritt werde da das OSV-Verbandsgericht angerufen. Miklauz vermutet in diesen Aktionen eher Krankls Handschrift als jene von Austria Wien. „Ich sehe ihn als intensiven Berater und Initiator.“ Krankl war am 29. März in Wels gegen Miklauz bei der Wahl des Präsidenten angetreten.

Durch die Berufung ist klar, dass Dinko Jukic bei seinen zuletzt angestrebten Starts im Juni nicht für Austria Wien antreten kann. Das soll den 25-Jährigen laut Miklauz aber nicht am Start hindern: „Er hat meine volle Unterstützung.“ Der Olympia-Vierte Jukic hat seit den Spielen Anfang August 2012 in London nur im März 2013 an einem Meeting teilgenommen, für die EM diesen August in Berlin ist er daher noch nicht qualifiziert.