EU

Video mit Enkel von Auschwitz-Kommandant Höß wird zum Youtube-Hit

Ein neues Video, in dem Rainer Höß vor den EU-Wahlen vor dem Aufstieg von Rechtsradikalen warnt, wird zum Youtube-Hit.

Stockholm – „Wir dürfen unsere Vergangenheit nicht vergessen, egal wie sehr es auch schmerzt. Denn wenn wir vergessen, wird sich die Geschichte wiederholen“, warnt Rainer Höß in einem Videospot der Schwedischen Sozialdemokratischen Jugendliga SSU. Rainer Höß weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, seine Vergangenheit – oder jene der eigenen Vorfahren – vergessen zu wollen. Sein Großvater war Rudolf Höß, der Organisator des Vernichtungslagers Auschwitz.

Rudolf Höß wurde 1941 zum Kommandanten von Auschwitz-Birkenau und war einer der Hauptverantwortlichen für die Planung und Durchführung der „Endlösung“, im Zuge derer Millionen von Juden vergast wurden. Er war es, der das Schild „Arbeit macht frei“ über den Toren des Konzentrationslagers anbringen ließ. Rudolf Höß wurde 1947 hingerichtet.

Sein Enkel, Rainer Höß, hatte schwer mit diesem Erbe zu kämpfen, auch wenn er seinen Großvater nie persönlich getroffen hat. Mit dem Werbespot will er seinen Namen dafür einsetzen, um vor einem neuen Erstarken von rechtsextremen Gedankengut zu warnen: „Überall in Europa erstarken rechtsgerichtete Parteien. Und wenn wir nichts tun, dann haben wir nichts gelernt.“ Höß wendet sich schlussendlich mit einem Wahlaufruf an die Europäer: „Demokratie, Gleichheit und Menschenrechte dürfen nie als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Deshalb: Vergiss niemals, zu wählen.“

Das Video wurde mittlerweile bereits über 160.000 Mal angeklickt. (mats, tt.com)

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