Aufschwung in Eurozone intakt - Sorgenkind Frankreich

Berlin (APA/Reuters) - Die Eurozone bleibt auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft gab im Mai nur leicht um 0,1...

Berlin (APA/Reuters) - Die Eurozone bleibt auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft gab im Mai nur leicht um 0,1 auf 53,9 Punkte nach, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 5.000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen mitteilte. Das Barometer hielt sich damit klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

„Da der verstärkte Auftragseingang auf eine weitere Beschleunigung im Juni hindeutet, ist der Aufschwung ganz offensichtlich nach wie vor intakt“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten Quartal um etwa 0,5 Prozent zulegen, nach 0,2 Prozent zu Jahresbeginn.

Allerdings bleibt die Kluft innerhalb der Währungsunion groß, wie schon ein Blick auf die beiden größten Volkswirtschaften zeigt: Während es in Deutschland brummt, geht es in Frankreich bergab. „Sorgenkind Nummer eins bleibt Frankreich, das mit der Rückkehr in die Rezession seinem Ruf als ‚kranker Mann Europas‘ gerecht wird“, sagte Williamson. Außerhalb der beiden Schwergewichte beschleunigte sich der Aufschwung und führte zum stärksten Wirtschaftswachstum seit August 2007.

Ein Problem bleibt die Deflationsgefahr. Die Unternehmen senkten ihre Verkaufspreise erneut, wenn auch so schwach wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. „Angesichts des anhaltenden Rückgangs der Verkaufspreise für Güter und Dienstleistungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB bei ihrer Juni-Sitzung Wachstumsanreize veranlasst“, sagte Williamson.

Das Barometer für die Industrie der Eurozone fiel im Mai um 0,9 auf 52,5 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr. Der Index für die Dienstleister stieg dagegen um 0,4 auf 53,5 Zähler, das ist der höchste Wert seit knapp drei Jahren.