Nicht nur EU-Wahl: Auch Kommunal- und Regionalwahlen in Italien

Rom (APA) - Am kommende Sonntag wählen die Italiener nicht nur ihre Abgeordneten für das EU-Parlament. Am selben Tag finden auch Kommunalwah...

Rom (APA) - Am kommende Sonntag wählen die Italiener nicht nur ihre Abgeordneten für das EU-Parlament. Am selben Tag finden auch Kommunalwahlen in 4.106 Gemeinden, der Hälfte aller Kommunen Italiens, sowie Regionalwahlen in den Abruzzen und in Piemont statt. 68.000 Gemeinderatsmitglieder werden gewählt, die meisten in der Lombardei.

In der Lombardei werden 1.042 Gemeinderäte erneuert, das sind 68 Prozent aller Kommunen der Region. 17,6 Millionen Italiener sind zu den Kommunal- und Regionalwahlen aufgerufen. 21.964 Wahllokale werden dafür zweckbestimmt.

Eine Neuheit sind die Frauenquoten in Gemeinden mit mehr als 3.000 Einwohnern. Laut einer von Reformenminister Graziano Delrio beschlossene Reform müssen mindestens 40 Prozent der Kandidaten in Kleingemeinden Frauen sein. In Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern müssen zumindest ein Drittel der Plätze in den Wahllisten Frauen zugesprochen werden. Damit dürfte sich die Zahl der Frauen in den Gemeinden mit über 3.000 Einwohnern verdoppeln. Derzeit sind 79,7 Prozent der Stadtratsmitglieder in italienischen Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnern Männer. In Gemeinden bis zu 15.000 Einwohnern liegt die Quote der Bürgermeisterinnen bei nur zwölf Prozent, in größeren Gemeinden sind es acht Prozent.

Das Interesse der Medien richtet sich vor allem auf den Wahlkampf in Florenz. Die toskanische Hauptstadt sucht einen Nachfolger für den zum Premier aufgerückten Ex-Bürgermeister Matteo Renzi. Der seit Februar amtierende Regierungschef unterstützt den Kandidaten seiner Demokratischen Partei (PD) Dario Nardella, der an der Spitze eines Mitte-links-Bündnisses steht. Nardella geht gegen den Forza Italia-Vertreter Marco Stella ins Rennen, der auch von der Lega Nord unterstützt wird. Zehn Bürgermeisterkandidaten und 23 Wahllisten beteiligen sich an den Bürgermeisterwahlen in Florenz.

Auch die Regionalparlamente in Piemont und in den Abruzzen werden erneuert. Der Regionalrat in Piemont war kürzlich wegen Unregelmäßigkeiten bei der letzten Wahl 2010 aufgelöst werden. Der Präsident des Piemont, Roberto Cota, der die Region mit 4,4 Millionen Einwohnern seit 2010 regiert, hofft auf eine Wiederwahl, sein Ansehen ist jedoch angeschlagen. Affären um veruntreute Parteigelder machen dem Spitzenpolitiker der Lega Nord und 40 scheidenden Mitgliedern des Regionalparlaments zu schaffen.

Ihnen wird vorgeworfen, öffentliche Gelder für Privatausgaben veruntreut zu haben. Cota geht gegen Turins Ex-Bürgermeister Sergio Chiamparino ins Rennen, der an der Spitze einer Mitte-links-Allianz steht.

In den Abruzzen kommt es zu einem Duell zwischen dem seit 2009 amtierenden Gouverneur Gianni Chiodi, Mitglied der konservativen Partei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, und dem Mitte-links-Konkurrenten Luciano D ?Alfonso. Auch in den Abruzzen haben Skandale um veruntreute Parteigelder Mitglieder des Regionalparlaments schwer belastet.