Fußball - Ukrainischer EU-Botschafter: „Russland WM 2018 entziehen“

Brüssel/Kiew (APA/Reuters) - Der ukrainische EU-Botschafter Kostjantin Jelisjejew hat am Mittwoch in Brüssel weit härtere Maßnahmen nach der...

Brüssel/Kiew (APA/Reuters) - Der ukrainische EU-Botschafter Kostjantin Jelisjejew hat am Mittwoch in Brüssel weit härtere Maßnahmen nach der russischen Annexion der Krim gefordert. Neben finanziellen Sanktionen der EU würde Jelisjejew Russland auch das Austragungsrecht für die Fußball-WM 2018 entziehen. Das Einfrieren von Auslandsvermögen und Visabeschränkungen seien nicht weit genug gegangen, so Jelisjejew gegenüber Reuters.

Russland habe mit der Annexion der Krim sowie aggressiven Schritten in Richtung der Ost-Ukraine eine rote Linie überschritten, nun müsse die EU jene harten wirtschaftlichen Sanktionen ergreifen, die sie angedroht habe. „Sie müssen mit gezielten, gut abgestimmten Sanktionen fortfahren, aus meiner Sicht hauptsächlich finanzieller Natur“, sagte Jelisjejew und sprach dabei auch das Abschneiden Russlands vom globalen, elektronischen Zahlungs-System SWIFT an. Ähnliche Maßnahmen hat man in der Vergangenheit auch mit dem Iran wegen des Atomkonflikts ergriffen.

Die EU hat bisher Sanktionen gegen 61 Russen und Ukrainer ergriffen und die Vermögen von zwei Firmen der Krim eingefroren. Doch die 28 Mitgliedsstaaten sind sich aus Angst um ihre eigenen wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland in Bezug auf härtere Maßnahmen uneinig. Jelisjejew drängt die EU aber dazu, wirtschaftliche und geschäftliche Interessen gegenüber den europäischen Werten hintanzustellen.

Darüber hinaus schlug er vor, dass der Rest der Welt Schritte setzen müsse, wie „dem russischen Verband das Recht zu entziehen, die WM 2018 zu veranstalten“. „Das ist machbar, denn meiner Meinung nach sollte Russland als Mitglied der FIFA spezielle Werte und Verpflichtungen respektieren“, sagte Jelisjejew. Dies könne der russischen Führung wehtun, „denn für (den russischen Präsidenten Wladimir) Putin ist das ein großes politisches und finanzielles Projekt“.

Die Forderung ist allerdings nicht völlig neu, denn zwei US-Senatoren hatten bereits im März an die FIFA geschrieben und ein Überdenken der russischen Mitgliedschaft, den Entzug der WM und auch einen Bann für die diesjährige WM in Brasilien gefordert. Die FIFA hatte damals geantwortet, dass nur eine Verletzung ihrer Statuten derartige Maßnahmen nach sich ziehen könne.