Wilderer - Polizeieinsatz war „lageangepasst und zielorientiert“

Annaberg/Wien (APA) - Acht Monate nach dem Wilderer-Drama von Annaberg (Bezirk Lilienfeld) mit vier Toten hat das Innenministerium die Unter...

Annaberg/Wien (APA) - Acht Monate nach dem Wilderer-Drama von Annaberg (Bezirk Lilienfeld) mit vier Toten hat das Innenministerium die Untersuchungen zum damaligen Polizeieinsatz abgeschlossen. Das Vorgehen sei „lageangepasst und zielorientiert“ gewesen, hieß es im am Donnerstag in Wien präsentierten Evaluierungsbericht.

Das Evaluierungsteam, bestehend aus Experten des Ministeriums und externen Fachleuten, sprach sich für Empfehlungen in den Bereichen Ausrüstung und Technik, Einsatz und Führung, Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten, psychologische Aspekte und Kommunikation aus. Dazu zählen u.a. die Verfügbarkeit weiterer gepanzerter Fahrzeuge, der Ausbau der Ortungstechnik und die Schaffung eines österreichweiten, technisch einheitlichen Einsatzleitsystems mit GPS-Erfassung der Einsatzmittel sowie der Ausbau des Sanitäter-Pools beim EKO Cobra.

Am 17. September 2013 hatte der als Wilderer verdächtige Alois H. in Annaberg drei Polizeibeamte und einen Sanitäter erschossen. Danach verschanzte er sich auf seinem Anwesen in Großpriel (Bezirk Melk), wo er sich schließlich durch einen Kopfschuss tötete.

Das Landeskriminalamt NÖ hat dem Mann im Zuge der Erhebungen 108 Straftaten seit 1994 zugeordnet. Der dabei durch 14 Wilderer-Delikte, 59 Wohn- und Jagdhauseinbrüche, elf Brandstiftungen, weiters Sachbeschädigungen, Motorrad- sowie Kennzeichendiebstähle entstandene Schaden wurde mit 9,86 Millionen Euro beziffert. Im Bunker des Wilderers wurde außerdem eine Vielfalt an Jagdzubehör, Waffen und Trophäen sichergestellt, die nicht zugeordnet werden konnten.