Gesellschaft

Neue Chance für junge Gewaltopfer

Das Kinderschutzzentrum Imst reicht Kindern, die Gewalt erfahren, die Hand. Nun kann das Angebot erweitert werden.

Von Hubert Daum

Imst –Nicht jeder Mensch kann seine Kindheit als „glücklich“ bezeichnen. Viele Heranwachsende machen unliebsame Bekanntschaft mit Gewalt in irgendeiner Form. Die Kinderschutzzentren Tirols möchten Kindern, die sexuelle, körperliche und seelische Gewalt erleben oder erlebt haben, einen schützenden Bereich bieten.

So auch die sozialpädagogische Einrichtung am Imster Stadtplatz. In enger Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe (früher Jugendwohlfahrt) kümmern sich Cornelia Köll-Senn und Verena Heiß um Kinder „aus schwierigem familiären Umfeld“. Meist wird das buchstäbliche Heil in Einzeltherapien gesucht.

Christine Handl, Schirmherrin des Handl Tyrol Hilfsfonds, führte selbst unzählige Gespräche mit Betroffenen und wählte nun dieses Hilfsprojekt als Partner für eine vorerst dreijährige Unterstützung aus. „Ich engagiere mich seit langer Zeit für das SOS-Kinderdorf und finde das Kinderschutzzentrum Imst unterstützenswert“, freut sich die Unternehmersgattin, die den Scheck für das erste Jahr gleich mitbrachte, über den Kooperationsstart. Diese Mittel bedeuten für die personell knapp bemessene Institution einen Quantensprung: Man könne damit zwei Therapeutinnen anstellen, die mit Gruppentherapie arbeiten. „Wir können nun eine Gruppe von Gleichaltrigen zusammenfassen und in zehn Sitzungen, die im Pflegeheim Gurgltal stattfinden, die Probleme aufarbeiten“, schwärmt die „Neue“, Tatjana Rettenbacher. „Insgesamt erreichen wir im Jahr fast 20 Kinder mehr. Wir haben jetzt schon einige Anmeldungen“, ergänzt Sabrina Öztas.

Kinder- und Jugendhilfeleiter Erwin Krismer dazu: „Gerade im letzten Jahr wurden uns 14 neue Fälle von sexueller Gewalt bekannt.“ Christine Handl möchte sich jeden „Fall“ persönlich anschauen und formulierte bei dieser Gelegenheit ein lange gehegtes Anliegen: „Mein Traum wäre ein Frauenhaus im Oberland.“

Für Sie im Bezirk Imst unterwegs:

Alexander Paschinger

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Thomas Parth

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