Südkorea

Ehemaliger Verfassungsrichter wird Regierungschef in Südkorea

Präsidentin Park ernannte Ahn Dai-hee am Mittwoch. Der ehemalige Regierungsschef Chung Hong-wong war nach dem Untergang der „Sewol“ zurückgetreten.

Spitzmarke – Ein ehemaliger Verfassungsrichter wird neuer Regierungschef in Südkorea. Präsidentin Park Geun-hye ernannte am Donnerstag den 59-jährigen Ahn Dai-hee zum Nachfolger von Chung Hong-won, der wegen des verheerenden Fährunglücks von Mitte April seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Präsidentensprecher Min Kyung-wook sagte, Ahn sei „der geeignete Mann, um die Reform der Behörden voranzubringen, falsche Praktiken zu korrigieren und das Land zu verändern“. Das Parlament muss der Personalie noch zustimmen, dies gilt aber wegen der Mehrheit der Regierungspartei im Parlament als Formsache. Nach Angaben des Präsidentensprechers nahm Park am Donnerstag zugleich die Rücktrittsangebote des Chefs der nationalen Sicherheitsbehörde, Kim Jang-soo, und des Geheimdienstchefs Nam Jae-joon an. Beiden war nach dem Schiffsunglück Untätigkeit vorgeworfen worden.

Die Fähre „Sewol“ war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südküste des asiatischen Landes gesunken. Nach offiziellen Angaben kamen 288 Menschen ums Leben, noch immer werden aber 16 Passagiere vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Großteil der Crew brachte sich in Sicherheit, während viele Passagiere noch im sinkenden Schiff festsaßen. Der Kapitän und drei Besatzungsmitglieder wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Die Angehörigen der Opfer werfen der Regierung schlechtes Katastrophenmanagement vor. Park entschuldigte sich am Montag in einer tränenreichen Fernsehansprache und übernahm die volle Verantwortung. Die Tragödie könnte sich auch auf die Kommunalwahlen am 4. Juni auswirken, bei denen die Opposition mit Stimmenzuwächsen rechnen kann. (APA/AFP)

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