Iranischer Präsident hält Atom-Einigung bis Juli noch für möglich

Teheran (APA/AFP/Reuters) - Die Atomgespräche des Iran mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland können nach Einschätzung des iranischen ...

Teheran (APA/AFP/Reuters) - Die Atomgespräche des Iran mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland können nach Einschätzung des iranischen Präsidenten Hassan Rohani wie geplant Ende Juli abgeschlossen werden. Es sei noch ausreichend Zeit, sich bis zum 20. Juli auf ein Abkommen zu einigen, das den Verzicht auf eine militärische Nutzung der Atomkraft durch den Iran regelt, sagte Rohani am Donnerstag in Shanghai.

Sollte das nicht klappen, könnte das Zwischenabkommen um sechs Monate verlängert werden, ergänzte der iranische Präsident. Bei gutem Willen aller Verhandlungspartner sei aber eine Einigung zum geplanten Termin möglich. Allerdings sollte einigen Ländern, die hinter den Kulissen Probleme schüren wollten, nicht die Gelegenheit gegeben werden, die Gespräche zu sabotieren. Namen nannte Rohani nicht. Vor allem Israel sieht sich bedroht und macht offen Front gegen die Atomgespräche. Der Iran bestreitet die Absicht, Atomwaffen entwickeln zu wollen.

In der vergangenen Woche hatte eine weitere Verhandlungsrunde des Iran mit den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland in Wien keine Fortschritte erbracht. Das hatte Zweifel geschürt, dass der von den Gesprächspartnern selbst gesteckte Termin eingehalten werden kann. Ein hochrangiger US-Vertreter hatte anschließend erklärt, die Verhandlungen kämen kaum voran und gestalteten sich schwierig. Er gehe aber auch davon aus, dass eine Einigung immer noch möglich sei. Die Gespräche sollen im Juni fortgesetzt werden.

Bei den Atomgesprächen soll eine endgültige Lösung zur Beilegung des jahrelangen Streits erreicht werden. Die Verhandlungen bauen auf einem Ende November geschlossenen Interimsabkommen auf, das zunächst bis zum 20. Juli läuft. Der Iran verpflichtete sich darin, im Gegenzug für die Lockerung einiger Sanktionen Teile der Forschung und Entwicklung seines Nuklearprogramms auf Eis zu legen.