Hochwasser - Serbien bittet Ausland um Unterstützung

Belgrad (APA) - Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat am Donnerstag an die internationale Staatengemeinschaft und Finanzinsti...

Belgrad (APA) - Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat am Donnerstag an die internationale Staatengemeinschaft und Finanzinstitutionen appelliert, seinem Land bei der Beseitigung der durch die katastrophale Überschwemmungen entstandenen Schäden behilflich zu sein. Willkommen seien auch Expertenteams zur Unterstützung der serbischen Behörden bei der Erhebung des Schadensausmaßes.

Das sagte Vucic bei einem Treffen mit internationalen Geldgebern, Botschaftern der EU-Staaten, der USA, Russlands und weiterer Länder in Serbien, ferner Vertretern der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der Weltbank, der Europäischen Investitionsbank. „Wir werden niemanden betrügen. Der Schaden ist groß und gut sichtbar“, meinte Vucic, der eine transparente Verwendung der Mittel versprach. Sie werde auf dem Internetportal des Finanzministeriums für jeden einsehbar sein.

„Wir werden die Hilfe zu schätzen und zu achten und sie auch zu erwidern wissen“, versicherte der Ministerpräsident. Vucic bedankte sich bei allen Staaten und Organisationen, die bereits Ausrüstung und Rettungsteams zur Verfügung gestellt haben.

Den ersten Schätzungen zufolge gehen die Hochwasserschäden weit über 174,5 Millionen Euro hinaus, was eine Voraussetzung ist, dass Belgrad auch die Hilfe des europäischen Solidaritätsfonds ersuchen kann. Landesweit sind 1,6 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Knapp 32.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Landesweit wurden 2.260 überflutete Gebäude registriert. In dieser Zahl ist die komplett überflutete Kleinstadt Obrenovac nicht enthalten.

Vucic zufolge wurden entlang des höherrangigen Verkehrswegenetzes 30 Brücken von den Wassermassen mitgerissen und weitere 50 beschädigt. An Nebenstraßen wurden sogar 200 Brücken beschädigt oder zerstört. Der bisher größte im Straßennetz registrierte Schaden wurde am Korridor X. bei Dimitrovgrad an der Grenze zu Bulgarien durch einen Erdrutsch verursacht. Die Eisenbahnstrecke zwischen Belgrad und der Grenze zu Montenegro wurde auf einer Länge von zehn Kilometern von den Wassermassen mitgerissen, auch zwei Brücken wurden zerstört.

Man werde wochen-, monatelang brauchen, um im Kohlekraftwerk bei Obrenovac die Produktion zu einem Viertel bzw. zur Hälfte wiederherzustellen. Die Kosten für den Stromimport belaufen sich derzeit auf bis zur eine Millionen Euro pro Tag. Schwer betroffen ist auch die Landwirtschaft. Eine Fläche von 80.000 Hektar stehe unter Wasser, sagte Vucic.