Konflikte

Putsch verkündet: Militär übernimmt in Thailand das Kommando

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Armeechef Chan-ocha verkündete den Putsch am Donnerstag im Fernsehen. In der Hauptstadt Bangkok sollen alle Protestcamps der Regierungsbefürworter geräumt werden.

Bangkok - Der Chef der thailändischen Armee hat einen Militärputsch verkündet. Die Armee werde die Kontrolle über die Regierung übernehmen, erklärte er in einer Fernsehansprache am Donnerstag. Die Streitkräfte würden die Ordnung im Lande wiederherstellen und politische Reformen durchsetzen, die internationalen Beziehungen des Landes würden darunter nicht leiden.

Die Armee werde Truppen entsenden, um die Protestcamps in der Hauptstadt Bangkok zu räumen, fügte ein hochrangiger Militäroffizier hinzu. Erst am Dienstag hatte Armeechef Prayuth Chan-ocha das Kriegsrecht im Land verhängt, damals jedoch betont, die Regierung nicht absetzen zu wollen. Die heutige Ankündigung kam nach einem Treffen mit den zerstrittenen Lagern am Donnerstagnachmittag.

Ausgangssperre verhängt

Auch eine Ausgangssperre verhängte die Armee. Sie gelte zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr.Das am Dienstag verhängte Kriegsrecht gelte weiter im ganzen Land. Es erlaubt bewaffneten Soldaten unter anderem, Kundgebungen zu stoppen und Menschen ohne Haftbefehl festzunehmen.

Zudem wies das Militär am Donnerstag sämtliche Rundfunkanstalten an, ihr normales Programm zu unterbrechen und nur noch Armeematerial zu versenden.

Regierungstreue wollen Protest-Camp nicht aufgeben

Im Westen der Hauptstadt feuerte die Armee unterdessen in die Luft, um eine seit Wochen andauernde Protestkundgebung von Regierungsanhängern zu zerstreuen, wie ein Sprecher der Demonstranten mitteilte. Mindestens eine Person sei zudem festgenommen worden. Der Anführer der Pro-Regierungsproteste hatte zuvor erklärt, das Camp trotz der Putschankündigung des Militärs nicht aufgeben zu wollen.

Vorerst keine Konsequenzen für Reisende

Der Militärputsch hat vorerst keine Auswirkungen auf Reisen nach Bangkok oder andere Destinationen in dem südostasiatischen Urlaubsland. Josef Peterleithner, TUI-Konzernsprecher und Präsident des Österreichischen Reisebüroverbandes (ÖRV), erklärte am Donnerstag, solange keine Reisewarnung bestehe, fielen bei Stornos entsprechende Gebühren an.

Derzeit wird auf der Homepage des Außenministeriums zwar auf das erhöhte Sicherheitsrisiko für Thailand hingewiesen. Explizite Reisewarnung gibt es aber keine. (APA/AFP/Reuters)

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