Tirol

Erneuter Schlag gegen Drogenszene in Innsbruck

18 Drogendealer zog die Polizei in Innsbruck aus dem Verkehr. Mehr als 100 Abnehmer wurden ausgeforscht. Außerdem konnten Sexualstraftaten geklärt werden – der Täter wurde festgenommen.

Von Katharina Zierl

Innsbruck – „Durch die Festnahmen können wir die Suchtgiftszene in Innsbruck nicht zum Erlöschen bringen. Aber es ist dennoch ein wichtiger Erfolg“, sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac gestern bei einer Pressekonferenz. 18 Drogendealer wurden in Innsbruck festgenommen, 14 in die Justizanstalt überstellt – acht davon stammen aus Marokko, drei aus Algerien und drei aus Österreich.

„Seit Jahresbeginn wurden unter anderem sieben Kilo Cannabisharz und 330 Gramm Kokain sichergestellt“, erklärt Tomac. Die Dimension des Ermittlungserfolgs sei aber bedeutend größer, betont der Landespolizeichef: „Erst wenn alle Abnehmer befragt und die Ermittlungen abgeschlossen sind, können wir hochrechnen, welche Mengen wirklich weitergegeben wurden.“

Die Kritik, die es in den vergangenen Wochen bezüglich mangelnder Sicherheit in Innsbruck gegeben hat, will die Polizei nicht auf sich sitzen lassen. Es werde umfangreich ermittelt und kontrolliert, erklärt Innsbrucks Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler: „Zwei Dienststellen mit rund 45 Beamten arbeiten überwiegend in diesem Bereich.“ Ende 2013 sei eine vermehrte Aktivität in Innsbruck festgestellt worden, woraufhin die Drogenfahnder intensiv ermittelten, betonte Chefinspektor Georg Happ.

Insgesamt setze sich die so genannte Nordafrikanerszene derzeit aus rund 100 Personen zusammen, sagte Kirchler. Und auch wenn die Festnahmen ein großer Erfolg seien, „rücken immer wieder neue nach“, betont Tomac. Jährlich werden laut Angaben der Polizei rund 60 Personen aus dieser Szene verhaftet. Unter den zuletzt Festgenommenen befindet sich auch ein – eigenen Angaben zufolge – 14-jähriger Algerier, der für 20 Straftaten verantwortlich sein soll.

Neben Ermittlungserfolgen in der Suchtgiftszene konnte die Polizei gestern auch die Klärung von Sexualstraftaten bekannt geben. „Mädchen wurden in Innsbruck sexuell belästigt und bedrängt, was natürlich in der Bevölkerung eine gewisse Unsicherheit ausgelöst hat“, sagt Tomac. Bei dem Täter, der die Übergriffe bereits gestand, handelt es sich um einen 23-jährigen pakistanischen Staatsangehörigen. Der Mann hatte von Jänner bis April junge Frauen in Wilten sexuell attackiert. „Außerdem setzte er sich in Bussen neben junge Mädchen und begrapschte sie“, erklärt Chefinspektor Franz Bernsteiner.

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