Strafvollzug - JA Suben „Vorreiter“ bei Betreuung älterer Häftlinge

Suben/Wien (APA) - Die Justizanstalt Suben hat eine Vorreiter-Rolle bei der Betreuung älterer Häftlinge übernommen. Unter Anstaltsleiter Obe...

Suben/Wien (APA) - Die Justizanstalt Suben hat eine Vorreiter-Rolle bei der Betreuung älterer Häftlinge übernommen. Unter Anstaltsleiter Oberst Gerd Katzelberger wurde ein Pilotprojekt entwickelt, mit dem seit vergangenem Februar speziell auf die Bedürfnisse der betagten Insassen eingegangen wird.

Wie Katzelberger am Donnerstag im Gespräch mit der APA darlegte, wurde für alle Insassen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, eine gesonderte Abteilung geschaffen, in der auf Senioren abgestimmte bauliche Maßnahmen getroffen wurden. Beispielsweise wurden in den Hafträumen die Toiletten und Betten für diese Altersgruppe adaptiert. Auf freiwilliger Basis können die betagten Insassen - in Suben befinden sich derzeit 15 über 60-Jährige in Haft - in diesen Trakt übersiedeln.

Zehn Personen haben dieses Angebot mittlerweile in Anspruch genommen, der Rest zieht es vorerst vor, weiter in ihren bisherigen Hafträumen - jeweils Einzelzellen - zu verbleiben.

Dagegen nehmen sämtliche Senioren an den Sport- und Betreuungskursen teil, die eigens für sie ins Leben gerufen worden sind. „Darüber hinaus habe ich mich mit den Leuten kurzgeschlossen und sie gefragt, was sie haben möchten“, berichtete Katzelberger. Dass die Anstaltsleitung derart offen an sie herangetreten sei, habe einige Insassen zunächst irritiert, „aber es sind dann sehr gute Ansagen gekommen.“ Auf Basis der geäußerten Häftlingswünsche gibt es in Suben nun einen Computerkurs für Senioren, „und wir haben auch jemanden gefunden, der ihnen die modernen Smartphones erklärt. Sie wollen bei ihrer Entlassung nämlich auf diese Technologie vorbereitet sein“, so Katzelberger.

Die betroffenen Häftlinge haben mittlerweile einen Seniorensprecher gewählt, mit dem sich der Anstaltsleiter regelmäßig trifft, um weiter auf diese zahlenmäßig anwachsende Personengruppe eingehen zu können. „Ich bin interessiert an dem, was da an mich herangetragen wird. Der Strafvollzug muss diesen speziellen Bedürfnissen seine Aufmerksamkeit schenken“, sagte Katzelberger abschließend.