Sechs Konfessionen teilen sich die Grabeskirche in Jerusalem

Jerusalem (APA/AFP) - Religiöser Höhepunkt der Nahostreise des Papstes ist am Sonntagabend ein ökumenisches Gebet in der Grabeskirche. Würde...

Jerusalem (APA/AFP) - Religiöser Höhepunkt der Nahostreise des Papstes ist am Sonntagabend ein ökumenisches Gebet in der Grabeskirche. Würdenträger der 13 in Jerusalem vertretenen christlichen Konfessionen beten dabei zusammen das „Vater unser“. Sonst sind an diesem heiligsten Ort der Christen Besitzrechte - sechs Konfessionen haben solche -, Raumaufteilung und Zeremonien seit Jahrhunderten strikt getrennt.

Der gegenwärtige „Status Quo nunc“, der den Tagesablauf bestimmt, gilt seit 1852. Sollte ein Mönch dagegen verstoßen, indem er beispielsweise beim Putzen zu weit fegt, folgen gleich heftige Wortgefechte unter den rivalisierenden Kirchenmännern. Sechs christliche Konfessionen haben in der verschachtelten und oft erweiterten Grabeskirche Besitzrechte. Die Griechisch-Orthodoxen, Römisch-Katholischen und Armenisch-Orthodoxen teilen sich die Haupträume. Die Kopten aus Ägypten sowie die Orthodoxen aus Syrien und Äthiopien müssen sich mit Nischen und Aufbauten auf dem Dach begnügen.

Angesichts der christlichen Zerrissenheit entschieden die Sultane zu ottomanischer Herrschaftszeit, dass zwei muslimische Familien die „Schlüsselgewalt“ über den Haupteingang ausüben und diese Schlüssel verwahren dürfen. Deren kurzes Schließritual wird allabendlich von Touristen beobachtet.