Katastrophen

„Die Landminen schwemmt es bis in die Häuser hinein“

Der Tiroler Michael Wolf ist als Katastrophenhelfer des Roten Kreuzes seit einigen Tagen in Bosnien. Das Ausmaß der Katastrophe ist riesig.

Von Marco Witting

Innsbruck, Sarajevo –Er sei, so sagt Michael Wolf am Telefon aus Bosnien, „ein wenig im Stress“. Für den Katastrophenhelfer des Roten Kreuzes heißt es in den Überflutungsgebieten erst einmal, sich einen Überblick zu schaffen. Und das, was er bisher mitbekommen hat, ist verheerend.

„Wir kennen die Folgen von Überschwemmungen und Hochwasser auch aus Österreich“, sagt Wolf. Als Allererstes gilt es jetzt für die Einsatzkräfte, die dringend benötigten Hilfsgüter wie Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel rasch an die Betroffenen zu verteilen. „Die Spendenbereitschaft aus Österreich ist enorm, am wichtigsten sind dabei Geldspenden. Denn hier kann man zweifach helfen. Die Organisationen können koordiniert vorgehen und das Geld im Inland verteilen.“ Der heutigen Ausgabe der Tiroler Tageszeitung sind Erlagscheine des Roten Kreuzes für die Hilfe bei dieser Katastrophe am Balkan beigelegt.

Die Lage vor Ort ist weiter prekär. In Serbien wurde eine weitere Evakuierungswelle gestartet. In Bosnien kämpft man ebenfalls mit großen Problemen. „Das größte Sicherheitsrisiko sind Landminen, die von der Flut bis in die Häuser geschwemmt werden“, berichtet Wolf, der erst Anfang April von einem Katastropheneinsatz auf den Philippinen zurückgekommen ist.

Nach dem Zurückgehen des Wassers und durch steigende Temperaturen drohen mögliche Seuchen. Das Ausmaß der Überschwemmungen sei riesig, sagt Wolf. „Auf die Menschen komme in den kommenden Monaten einiges zu.“

Hilfe aus Tirol – die kommt auch von der Caritas, die ein Spendenkonto eingerichtet und ihre Expertin Birgit Ertl nach Belgrad geschickt hat. Auch der Samariterbund hat ein Spendenkonto eingerichtet und sammelt in Kufstein und Innsbruck auch bestimmte Hilfsgüter.

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