Child of Light

Prinzessin Aurora jagt Sonne, Mond und Sterne

Als Ablenkung von den üblichen Blockbuster-Games widmet sich Ubisoft Montreal einem kleinen Rollenspiel. „Child of Light“ erinnert dabei stark an japanische Vorbilder.

Von Lukas Schwitzer

Innsbruck - Ubisofts Vorzeigestudio Ubisoft Montreal ist eines der letzten Häuser, aus denen man ein handgezeichnetes Japano-Rollenspiel erwartet. Und doch haben sich die Entwickler von zuletzt „Far Cry 3“ und „Assassin‘s Creed IV: Black Flag“ an dieses für sie neue Genre getraut. Und gezeigt, dass die Kanadier sich nicht nur auf bombastische Action-Abenteuer und Shooter verstehen.

Der Himmel will bevölkert werden

In „Child of Light“ übernimmt der Spieler die Rolle der Prinzessin Aurora, die plötzlich in der Fantasiewelt Lemuria aufwacht. Das Mädchen mit den feuerroten Haaren will einfach nur nach Hause zu ihrem Vater, dem Herzog, findet aber schon bald heraus, dass sie zu einem bestimmten Zweck in diese Welt verfrachtet wurde. Denn eine finstere Königin hat Lemuria Sonne, Mond und Sterne gestohlen. Und es liegt an Aurora, die Gestirne wieder an den Himmel zu bannen. Bei dieser Mission erhält sie Unterstützung von allerlei märchenhaften Charakteren wie zwei deprimierten Gauklern, einem bogenschießenden Mäuserich und einem zabernden Gnom, macht sich die Prinzessin auf den Weg, Lemuria zu retten.

Ähnlich wie bei Jump & Runs wie etwa „Rayman“ bewegt sich Aurora laufend, springend und – nach kurzer Spielzeit – sogar fliegend durch die verschiedenen, liebevoll gezeichneten Regionen. Ständiger Begleiter dabei ist das kleine Irrlicht Igniculus, das in der Konsolen-Version mit dem rechten Analog-Stick, am PC sehr viel genauer mit der Maus gesteuert wird. Dieses kann etwa Truhen aus der Entfernung öffnen, kleine leuchtende Power-ups einsammeln oder Gegner blenden und ablenken. Die Kontrolle über Igniculus kann auch ein zweiter Spieler übernehmen.

Kanadier orientieren sich an japanischen Vorbildern

Trifft Aurora auf einen Gegner, wechselt das Spiel wie in klassischen japanischen Rollenspielen in eine rundenbasierte Kampfansicht. Hier kämpfen dann jeweils zwei Mitglieder der eigenen Truppe, die während des Kampfes auch ausgetauscht werden können, gegen im Normalfall bis zu sechs Gegner. Eine Leiste am unteren Rand des Bildschirms zeigt, wann welcher Kämpfer an die Reihe kommt. Der Großteil der Leiste, an der sich kleine Porträts der Beteiligten nach rechts bewegen, ist für das Warten auf den nächsten Einsatz eingeteilt. Nach der Wahl der nächsten Aktion ist noch ein kleinerer Durchführungs-Abschnitt angelegt, im Rahmen dessen man noch von Gegnern in seiner Aktion unterbrochen werden kann. Je nach der gewählten Aktion braucht die Durchführung auch unterschiedlich lang. Der Weg über die Kampfleiste kann durch Zauber beschleunigt oder verlangsamt werden und auch Igniculus kann Gegner abbremsen. Die Kämpfe bekommen dadurch durchaus taktischen Tiefgang.

Gesammelte Erfahrungspunkte können in Fertigkeitenbäume investiert werden. Diese fallen aber eher bescheiden aus. Gefundene Edelsteine hingegen können genutzt werden, um Angriffe oder andere Aktionen zu verbessern oder zu verändern. Diese können auch kombiniert werden, um neue und mächtigere Juwelen zu erschaffen. Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände gibt es hingegen keine, nur mit Zaubertränken kann etwa geheilt oder im Kampf verbessert werden.

Fazit

Am schnellsten sticht bei „Child of Light“ die Grafik ins Auge. Figuren und Hintergründe sind liebevoll gezeichnet, kleine Rätsel lassen mit dem Licht von Igniculus herumspielen. Auch die Geschichte ist nett erzählt, man durchlebt ein klassisches Märchen. Einzige Mankos: Die Abläufe innerhalb der verschiedenen aufeinanderfolgenden Regionen wiederholen sich mit der Zeit, die Spielmechanik kann mit den fantasievollen Gegenden nicht mithalten. Mit knapp elf bis zwölf Stunden Spielzeit fällt es für ein Rollenspiel zudem etwas kurz aus. Diese Zeit in Lemuria muss man allerdings fast mögen. Sympathische Dialoge, auch wenn sie nur in Textform ausfallen, und eine liebenswürdige Heldin stellen das sicher.

Unsere Bewertung: 8/10

Entwickler: Ubisoft Montreal

Publisher: Ubisoft

„Child of Light“ ist als digitaler Download für Windows, Playstation 3, 4 und Vita, Wii U und Xbox 360 und Xbox One erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Ubisoft.

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