Päpstliche Pilgerfahrt zu bunt gewürfelten Glaubensgemeinschaften

Vatikanstadt (APA/AFP) - Trotz der hohen politischen Erwartungen, die sich an den ersten Besuch von Papst Franziskus im Nahen Osten knüpfen,...

Vatikanstadt (APA/AFP) - Trotz der hohen politischen Erwartungen, die sich an den ersten Besuch von Papst Franziskus im Nahen Osten knüpfen, hat er selbst seine dreitägige Reise als „Pilgerfahrt“ ins Heilige Land angekündigt. Ein Überblick über die christlichen Gemeinschaften, denen das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in Jordanien, den Palästinensergebieten und Israel vom 24. bis 26. Mai begegnen wird:

Die Addition der Angaben der drei nationalen Statistikämter ergibt etwa eine halbe Million Christen, die dort leben. Sie machen etwas mehr als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Ein Fünftel sind vorübergehend ansässige Arbeitsmigranten aus Asien (Philippinen, Sri Lanka, Indien) und Afrika (insbesondere Eritrea). Als christliche Pilger bezeichneten sich zudem 2013 etwa 600.000 Urlauber bei der Einreise.

In Israel leben laut aktueller Statistik 161.000 christliche Staatsbürger, wovon knapp 80 Prozent der arabischen Minderheit angehören und im Norden des Landes leben. Die nicht-arabischen Christen wanderten vor allem in den 1990er Jahren aus der früheren Sowjetunion nach Israel ein. Sie sind vor allem in den Großstädten beheimatet.

Etwas mehr als die Hälfte der christlichen Bürger Israels sind Katholiken: 50.000 sind „Melkiten“, „griechische“ Katholiken, die sich im Mittelalter von den Orthodoxen abgespalten und Rom wieder zugewendet haben. Dazu kommen 24.000 sogenannte Lateiner, also „römische“ Katholiken, und rund 11.400 Maroniten, die mit Rom uniert sind. Außerdem leben in Israel rund 60.000 römisch-katholisch getaufte Arbeitsmigranten und Flüchtlinge.

Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben fast 50.000 Christen, wobei es im Raum Bethlehem und in Ramallah weiter größere Gemeinden gibt. Sie verteilen sich etwa zu gleichen Teilen auf Griechisch-Orthodoxe und Katholiken. Letztere setzen sich zusammen aus derzeit 17.850 lateinischen und 4.650 griechischen Katholiken.

Im Gazastreifen ist die Zahl der Christen stark gesunken, weil sie dort in der ersten Zeit nach der Machtübernahme durch die Hamas-Bewegung im Jahr 2007 von den Islamisten verfolgt wurden. Wie der örtliche katholische Pfarrer im Gespräch mit AFP berichtet, leben in dem isolierten Küstenstreifen derzeit noch knapp 1.500 Christen, genau 132 gehören seiner katholischen Gemeinde an.

In Jordanien, der ersten Reisestation von Papst Franziskus, gibt es wegen der starken Zuwanderung von Arbeitssuchenden und Syrien-Flüchtlingen nur Schätzzahlen. Demnach zählt das Königreich neben rund 80.000 griechisch-orthodoxen etwa gleich viele lateinische (römisch-katholische) Christen als Einwohner. Dazu kommen 32.000 griechisch-katholische Bürger und um die 50.000 lateinische Christen, vor allem aus Asien, die vorübergehend im Land arbeiten.