Bürgermeisterwahl in Kiew - Vitali Klitschko gegen „Darth Vader“

Kiew (APA/dpa) - Zum dritten Mal steigt Ex-Boxer Vitali Klitschko bei der Bürgermeisterwahl in Kiew in den Ring, dafür verzichtet er auf die...

Kiew (APA/dpa) - Zum dritten Mal steigt Ex-Boxer Vitali Klitschko bei der Bürgermeisterwahl in Kiew in den Ring, dafür verzichtet er auf die Präsidentenwahl. Die Abstimmung ist entscheidend für die Politkarriere des Sportstars - aber für einen Erfolg muss er die „dunkle Seite der Macht“ besiegen.

Der „Fürst der Finsternis“ steht Ex-Boxweltmeister Klitschko auf dem Weg ins Kiewer Bürgermeisteramt im Wege. Als Spaßkandidat an den Start gegangen, liegt der schwer atmende Bösewicht „Darth Vader“ aus der Hollywood-Filmserie „Krieg der Sterne“ inzwischen in einigen Umfragen nur wenige Prozentpunkte hinter Klitschko. Beobachter schließen sogar einen Sieg der Filmfigur bei der Abstimmung an diesem Sonntag (25. Mai) - parallel zur Präsidentenwahl - nicht aus.

„Speck für die Kiewer“ verspricht der skurrile „Kandidat mit menschlichem Antlitz“ auf Plakaten und posiert mit Kinderwagen als fürsorglicher Familienvater. Allein seine Zulassung war eine Überraschung. Aber die örtliche Wahlkommission beteuert, „Darth Vader“ habe alle nötigen Dokumente fristgerecht eingereicht. Kurz zuvor hatte ihn die Zentrale Wahlkommission für die Präsidentenwahl noch abgelehnt. In dem Kostüm steckt ein Mitglied der Internetpartei IPU des Unternehmers Dmitri Golubow aus der Schwarzmeerstadt Odessa.

In Wahlwerbespots zeigt sich „Darth Vader“ mit seinen Sturmtruppen aus den „Star Wars“-Filmen als Lokalpatriot, putzt Denkmäler und Gehsteige. Ironisch kündigt er an, die in der Ukraine verbreitete Freunderlwirtschaft noch auszubauen. „Chewbacca übernimmt die Wohnungsverwaltung und die Umwelt, Meister Yoda die Finanzen und meinen Sohn mache ich zum Stellvertreter“, sagt er über andere bekannte Film-Charaktere.

Der Wirbel um den Film-Bösewicht stellt Klitschko in den Schatten. Zum dritten Mal bewirbt sich der Sportstar um das Bürgermeisteramt - 2006 und 2008 war er jeweils klar gescheitert. Nun hat er extra seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl zugunsten des reichen Unternehmers Pjotr Poroschenko zurückgezogen.

Gänzlich unumstritten ist der Zwei-Meter-Mann jedoch nicht. Es gibt Gerüchte um Wählerkauf sowie zweifelhafte Mitarbeiter in seinem Team. Der Chef der Parlamentspartei Udar (Schlag) wehrt sich - das sei eine „Schmutzkampagne“. In seinen Wahlkampfspots verspricht er Arbeitsplätze und Korruptionsbekämpfung.

Allerdings hat der Bürgermeister seit einer Gesetzesänderung 2010 vor allem repräsentative Funktionen. Die wichtigen Entscheidungen fällt der Stadtvorsteher - und der wird vom Präsidenten bestimmt. Klitschkos Erfolg in den eineinhalb Jahren bis zur nächsten regulären Wahl in Kiew hängt damit vor allem vom Abschneiden seines Verbündeten Poroschenko bei der Präsidentschaftswahl ab. Hingegen hat „Darth Vader“ noch ein Eisen im Feuer: Er kandidiert auch in Odessa.